• „Wir“ haben gewonnen, aber „die“ haben verloren – eine Tweetanalyse

    Immer wieder wird behauptet, wenn die deutsche Nationalmannschaft gewinnt, sagen die Menschen: „Wir haben gewonnen”, wohingegen bei einer Niederlage das „wir” weniger betont wird und man sagt: „die Deutschen” oder „die Mannschaft” hätte verloren. Ich bin dieser Behauptung  auf den Grund gegangen. Vielen Dank an unsere Nationalmannschaft, dass sie mir diese Betrachtung möglich gemacht hat, indem sie gegen Griechenland gewonnen, gegen Italien aber verloren hat.

    Auf Twitter wurden beide Spiele intensiv unter den Hashtags #gergre für das Spiel gegen Griechenland und #gerita für das Spiel gegen Italien kommentiert. Nur das erste der beiden Spiele haben die Jungs von Bundestrainer Jogi Löw gewonnen.

    In meine Betrachtung sind nur diejenigen Tweets eingeflossen, die nach dem Abpiff getwittert wurden, als das Ergebnis also feststand. Für das Griechenlandspiel sind das 5.060 Tweets, die bis zum nächsten Mittag getwittert wurden, für das Italienspiel wurden im selben Zeitraum 2.808 Tweets gezählt – wer sich freut, scheint mehr zu twittern als wer sich ärgert.

    Der Begriff „wir” wird in den Tweets nach beiden Spielen tatsächlich unterschiedlich häufig benutzt: 9,2% beim Sieg gegen Griechenland, aber nur 6,4% nach der Niederlage gegen Italien. Dahingegen wird der Wortbestandteil „deutsch”  mit 9,7% bzw. 9,5% ähnlich häufig benutzt. Das scheint also die Behauptung zu stützen, „wir” würden gewinnen, aber „die anderen” würden verlieren.

    Prozentuale Häufigkeiten von „wir“ und „ich“ nach den EM-Spielen gegen Griechenland (gewonnen) und Italien (verloren)

    Ebenso große Unterschiede tauchen bei der Nennung des Spielgegners auf: Während der Wortbestandteil „griechen” 10,0% Anteil an den Tweet hat, kommt „ital” auf 14,6% der Erwähnungen. Noch größer ist der Unterschied beim Wörtchen „ich”: 12,0% der „siegreichen” deutschen Fans verwenden den Begriff, aber 21,7% der enttäuschten Fans nach dem Italienspiel.

    In einem nächsten Schritt sollte man sich die Tweets einzeln ansehen und analysieren, was sie im Detail beinhalten und wie sie konnotiert sind. Wer das machen möchte,  findet hier die Rohdaten als OpenCalc-Tabelle.

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    Kommentare


    1. Warning: copy(/opt/lampp/htdocs/servers/webevangelisten.de/z-cache/gravatar/images/954ae8e45e1068a8623538dcf4adf16c.png): failed to open stream: Permission denied in /opt/lampp/htdocs/servers/webevangelisten.de/wp-content/themes/open-air/functions.php on line 649
      Moritz

      5. Juli 2012

      Tolle Studie!

      Danke dafür!

      (Antworten)


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      11. Juli 2012

      [...] Politiken entgegenzutreten, die migrantischen Frauen die schlechtesten Plätze auf dem Markt der Fürsorgedienstleistungen zuweisen und nicht zuletzt alles zu tun, um zu verhindern, dass ein “wir haben gewonnen, aber wir haben verloren” zum Fazit der feministischen Kämpfe um sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung wird.

      (Antworten)


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      21. Juli 2012

      [...] Politiken entgegenzutreten, die migrantischen Frauen die schlechtesten Plätze auf dem Markt der Fürsorgedienstleistungen zuweisen und nicht zuletzt alles zu tun, um zu verhindern, dass ein “wir haben gewonnen, aber wir haben verloren” zum Fazit der feministischen Kämpfe um sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung wird.

      (Antworten)

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