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	<title>Webevangelisten &#187; Sprache</title>
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	<description>Evidenzbasierende Social Media Beratung</description>
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		<title>Social Media Neusprech &#8211; Warum es keinen „Gef&#228;llt mir nicht“-Button braucht</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 13:51:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In George Orwells Roman „1984“ hei&#223;en die Steigerung von „gut“ plusgut und doppelplusgut, das Gegenteil hingegen ungut bzw. doppelplusungut. Mit dieser neuen, k&#252;nstlichen Sprache, genannt Neusprech, versuchen die Machthaber, die Bev&#246;lkerung in ihrem Sinne zu manipulieren und Widerstand im Wortsinne un-denk-bar zu machen. Dieses an die stalinistischen S&#228;uberungen Mitte des letzten Jahrhunderts erinnernde Beispiel zeigt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In George Orwells Roman „1984“ hei&#223;en die Steigerung von „gut“ <em>plusgut</em> und <em>doppelplusgut</em>, das Gegenteil hingegen <em>ungut</em> bzw. <em>doppelplusungut</em>. Mit dieser neuen, k&#252;nstlichen Sprache, genannt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neusprech">Neusprech</a>, versuchen die Machthaber, die Bev&#246;lkerung in ihrem Sinne zu manipulieren und Widerstand im Wortsinne un-denk-bar zu machen. Dieses an die stalinistischen S&#228;uberungen Mitte des letzten Jahrhunderts erinnernde Beispiel zeigt, wie wichtig Sprache als Grundlage unseres Denkens ist: Worte symbolisieren Begriffe und ihre Bedeutungswelten.</p>
<p>Facebook nennt Kontakte <em>Freunde</em>, obwohl wir mit dem Wort Freund bisher eine ganz andere Vorstellung verbunden haben. Jemanden im Deutschen zu „befrienden“ bedeutet etwas anderes, als sich mit ihm anzufreunden, gleichwohl beide Mal das Wort <em>Freund</em> dabei heraus kommt.</p>
<h2>Neue W&#246;rter braucht das Land &#8211; aber welche?</h2>
<p>Das Mitmach-Web mit seinen sozialen Netzwerken verlangt nach neuen W&#246;rtern und Begriffen, die erst noch ausgehandelt werden m&#252;ssen. Sascha Lobo hatte das Problem, dass er 5.000 Freunde (aka Kontakte) auf Facebook hatte und sein Profil in eine Fanpage umwandeln musste, um mehr Kontakte zu erlauben. Damit w&#228;ren aus seinen <em>Freunden</em> auf einen Schlag <em>Fans</em> geworden, was er dadurch aufzul&#246;sen versuchte, indem er Fan als Akronym f&#252;r <a href="http://saschalobo.com/2010/02/06/die-facebook-fan-falle/">Friend auf Netzwerk</a> vorschlug&#8230;</p>
<p>Mittlerweile kann man auf Facebook nirgendwo mehr <em>Fan</em> werden, sondern nur noch den <em>Gef&#228;llt mir</em>-Button dr&#252;cken. Wird man damit zu einem <em>Gefaller</em> einer Marke?</p>
<p>Der neue <em>Gef&#228;llt mir</em>-Button ist ein schwieriger Begriff. Der Button kann auf beliebigen Seiten au&#223;erhalb von Facebook eingesetzt werden, um eine Website zu markieren. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. <a href="http://maennig.de/2010/05/kommerzielles-nichtmogen/">Jens Arne M&#228;nnig</a> weist darauf hin, dass keine Marketingchefin eines Unternehmens einen <em>Gef&#228;llt mir nicht</em>-Button auf der eigenen Unternehmenswebsite einbinden w&#252;rde und <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/05/01/opendislike-gefaellt-mir-nicht-gefaellt-mir-nicht/">Carsten Drees von Basisthinking</a> meint, bei der Aussage „Gef&#228;llt mir nicht“ sei nicht klar, ob sich das Missfallen auf den Inhalt eines Artikels beziehe oder auf einen schlechten Schreibstil oder ungen&#252;gende Recherche.</p>
<h2>„Gef&#228;llt mir“ dr&#252;ckt das Falsche aus</h2>
<p>Ich hingegen glaube, ein <em>Gef&#228;llt mir nicht</em>-Button ist aus anderen Gr&#252;nden sinnlos und wird sich nicht durchsetzen. Mit dem Klick auf <em>Gef&#228;llt mir</em> dr&#252;cke ich nicht in erster Linie aus, dass mir ein Beitrag inhaltlich oder vom Schreibstil her gef&#228;llt, sondern dass ich ihn f&#252;r <strong>bemerkenswert</strong> halte. Wenn man anstatt <em>Gef&#228;llt mir</em> auf den Buttons schriebe <strong>Halte ich f&#252;r relevant</strong> oder <strong>Schaut Euch das an</strong> wird klar, warum das Gegenteil auf solch einem Button wenig Sinn ergibt. Auf Carta hat das Christian Heller lesenswert als die <a href="http://carta.info/26755/die-ressource-ignoranz/">Ressource Ignoranz</a> umschrieben.</p>
<p>Ich versuche, mich vom Mark Zuckerbergs Neusprech des <em>Gef&#228;llt mir</em> zu l&#246;sen und benutze den Button jedenfalls als Hinweis an meine Kontakte, dass ich etwas als lesenswert oder bemerkenswert erachte. Und etwas, das man pers&#246;nlich f&#252;r langweilig oder irrelevant erachtet, muss man auch nicht extra markieren. Das gilt im Internet (<a href="http://www.shirky.com/">Clay Shirky: „First publish, then filter“</a>) mehr denn je.</p>
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