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	<title>Webevangelisten &#187; Soziologie</title>
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	<description>Evidenzbasierende Social Media Beratung</description>
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		<title>Der Matth&#228;useffekt</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 16:28:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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		<description><![CDATA[„Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, dass er F&#252;lle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, was er hat“ (Mt. 25,29).
Der Volksmund macht aus diesem biblischen Zitat die Version: Der Teufel schei&#223;t immer auf den gr&#246;&#223;ten Haufen. Dieser als Matth&#228;us-Effekt bezeichnete Mechanismus sorgt f&#252;r eine gesellschaftlich Schere, bei die Reichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>„Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, dass er F&#252;lle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, was er hat“ (<a href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/mt25.html">Mt. 25,29</a>).</p></blockquote>
<p>Der Volksmund macht aus diesem biblischen Zitat die Version: <strong>Der Teufel schei&#223;t immer auf den gr&#246;&#223;ten Haufen.</strong> Dieser als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matth%C3%A4us-Effekt">Matth&#228;us-Effekt</a> bezeichnete Mechanismus sorgt f&#252;r eine gesellschaftlich Schere, bei die Reichen immer reicher und die Armen immer &#228;rmer werden. Im Gegensatz hierzu wird dem Internet im Allgemeinen und dem Social Web im Besonderen oft nachgesagt, dass es Zugangsvorraussetzungen zu gesellschaftlicher Teilhabe nivelliere und von bisheriger &#246;konomischen Macht ein St&#252;ck weit abkoppele (siehe dazu auch auf  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Kapital">Soziales Kapital</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Bourdieu">Pierre Bourdieu</a>)</p>
<p>Anders ausgedr&#252;ckt: Es ist nicht mehr viel Geld oder es sind keine teuren Druckmaschinen mehr n&#246;tig, um sich Geh&#246;r zu verschaffen: Allein eine „richtige“ Botschaft erm&#246;gliche es einem Menschen zu gleichberechtigter Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs: Das Netz mache alle gleich (siehe dazu auch die Diskussion um <a href="http://yuccatree.de/2010/04/netzneutralitat-und-warum-sie-so-wichtig-ist-fur-das-internet-der-zukunft/">Netzneutralit&#228;t</a>).</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2219" style="border: 1px solid #ccc; padding: 5px;" title="matthew" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/04/matthew.jpg" alt="Foto: FlickR-User Kylemay" width="500" height="251" /><br />
<em>Die Reichen werden reicher, die Armen &#228;rmer: Das Matth&#228;us-Prinzip. (Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/kylemay/553916826/">Kylemay</a>)</em></p>
<h2>15 Minuten Ruhm f&#252;r alle</h2>
<p>Eine zun&#228;chst plausible Theorie und – zumindest aus meiner pers&#246;nlichen Sicht – durchaus w&#252;nschenswert: Jede und jeder hat die gleichen Chancen, unabh&#228;ngig von der &#246;konomischen Macht. Aber ist das wirklich so? Was der Spiegel schreibt oder Sascha Lobo twittert hat eine andere Reichweite und damit Durchschlagskraft als das, was Thomas Pfeiffer schreibt. Hat Otto Normalblogger Bernd tats&#228;chlich ernsthafte Chancen, mehr als nur die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/15_minutes_of_fame">15 Minuten Ruhm</a> zu erhaschen, die Andy Warhol schon vor 40 Jahren vorhersagte?</p>
<h2>Empirische Untersuchung des Matth&#228;us-Effekts auf Twitter</h2>
<p>Ich habe den Matth&#228;us-Effekt empirisch untersucht. Twitter habe ich deshalb verwendet, weil ich es quasi als Drosophila der Soziologie ansehe: Man kann die Daten sehr leicht erheben und einige Mechanismen isoliert herausarbeiten.</p>
<p>Die grunds&#228;tzliche Untersuchungsfrage war: „<strong>Haben Twitterati mit mehr Followern ein st&#228;rkeres Followerwachstum als ‚kleine‘ Accounts?</strong>“ Ber&#252;ckstichtigt habe ich dabei nur jeweils <a href="http://webevangelisten.de/suchverfahre-fur-deutsche-tweets/">aktiv-deutschsprachige Follower</a>, also Follower, die in den zur&#252;ckliegenden vier Wochen selber aktiv auf deutsch getwittert hatten. Weil Wachstum sinnvollerweise in Prozent angegeben wird, habe ich nicht den absoluten Followerzuwachs im Untersuchungszeitraum ber&#252;cksichtigt, sondern den relativen Zuwachs an Followern.</p>
<p>Dazu habe ich die Follower von 1.267 deutschsprachigen Twitteraccounts mit mindestens 500 aktiven Followern zu zwei Zeitpunkten miteinander verglichen: Zum ersten Mal im Mai 2009 und zum zweiten Mal ein halbes Jahr sp&#228;ter, im Oktober 2009. Meine These war, dass ‚gro&#223;e‘ Accounts noch gr&#246;&#223;er (mehr Follower) bekommen h&#228;tten als Accouns mit weniger Followern. Diese These wurde nicht best&#228;tigt!</p>
<h2>Matth&#228;useffekt wurde nicht best&#228;tigt</h2>
<p>Das Followerwachstum dieser Accounts steht in keinem Zusammenhang zu der bisherigen Anzahl der Follower. Anders ausgedr&#252;ckt: Auch manche ‚kleine‘ Accounts hatten ein starkes Wachstum und andere ‚gro&#223;e‘ Accounts wuchsen nicht schnell weiter. Es scheint sich an diesem Beispiel zu best&#228;tigen, dass der Matth&#228;us-Effekt, wonach die Reichen immer reicher und die Armen immer &#228;rmer werden, f&#252;r das Social Web wenn &#252;berhaupt, zumindest nur abgeschw&#228;cht gilt.</p>
<p>Im Schaubild dargestellt ist das Follower-Wachstum im beobachteten halben Jahr in Anh&#228;ngigkeit von der Followeranzahl zu Beginn der Untersuchung:</p>
<p><a href="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/wachstum.png"><img class="alignnone size-medium wp-image-1961" title="Das Matth&#228;us-Prinzip nach Twitter" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/wachstum-500x336.png" alt="" width="500" height="336" /></a></p>
<p><strong>Update:</strong> Hier ist zus&#228;tzlich das Schaubild f&#252;r den absoluten Followerzuwachs abh&#228;ngig von der Gr&#246;&#223;e eines Accounts. Das Ergebnis zeigt, auch kleine Accounts k&#246;nnen sehr stark anwachsen und &#252;ber dem Zuwachs von gr&#246;&#223;eren liegen. Wachstum ist von der Followerzahl unabh&#228;ngig.</p>
<p><a href="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/04/zuwachsabsolut.png"><img class="alignnone size-medium wp-image-2228" title="Wachstum von Twitteraccounts in absoluen Zahlen" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/04/zuwachsabsolut-500x271.png" alt="" width="500" height="271" /></a></p>
<h2>Gleichere Chancen f&#252;r alle</h2>
<p>Die Untersuchung sagt nichts dar&#252;ber was, wann oder warum ein Twitteraccount ‚gro&#223;‘ wurde, bzw. weshalb er w&#228;chst. Es ist plausibel, dass dieses Wachstum nicht zuf&#228;llig ist und auch mit Faktoren au&#223;erhalb des Social Web zu tun hat (z.B. <a href="/twitter-prominenz-provenienz/">Frau Bundesministerin Kristina Schr&#246;ders Account</a>).<br />
Aber der Befund n&#228;hrt die Hoffnung, dass die Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe im Social Web ein wenig gleichm&#228;&#223;iger verteilt sind als au&#223;erhalb und nicht mehr so stark vom Zugang zu Druckmaschinen und Werbebudget abh&#228;ngen. Ein bischen wenigstens.</p>
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		<title>&#8220;Dumm 3.0&#8243; &#8211; Markus Reiter &#252;ber Hetzjagden im Internet und Journalismus als Dienstleistung</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Mar 2010 00:56:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Diplompolitologe Markus Reiter hat Angst! Er bef&#252;rchtet, dass das Internet unsere  Gesellschaft spaltet: in eine Informationselite, die sich den Zugang zu wert-vollen Informationen auch in Zukunft noch wird leisten k&#246;nnen und in eine unwissende, leicht zu verf&#252;hrende Masse, die von &#8220;krakeelenden Nutzern in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken&#8221; f&#252;r dumm verkauft wird. Durch das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Diplompolitologe Markus Reiter hat Angst! Er bef&#252;rchtet, dass das Internet unsere  Gesellschaft spaltet: in eine Informationselite, die sich den Zugang zu wert-vollen Informationen auch in Zukunft noch wird leisten k&#246;nnen und in eine unwissende, leicht zu verf&#252;hrende Masse, die von &#8220;krakeelenden Nutzern in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken&#8221; f&#252;r dumm verkauft wird. Durch das Sterben der traditionellen Medien gingen den Menschen die Wegweiser im Info-Dschungel verloren, was unsere Demokratie in ihren Grundfesten ersch&#252;ttere.</p>
<p>Es scheint so schlimm um unsere Zukunft zu stehen, dass der ehemalige <a href="http://www.faz.net/feuilleton">Feuilletonredakteur der FAZ</a> jetzt das Buch <strong>Dumm 3.0 &#8211; Wie Twitter, Blogs und Networks unsere Kultur bedrohen</strong> vorgelegt hat und damit in die Fu&#223;stapfen seines fr&#252;heren Chefs <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Schirrmacher">Frank Schirrmacher</a> (&#8220;<a href="http://www.amazon.de/Payback-Informationszeitalter-gezwungen-Kontrolle-zur%C3%BCckgewinnen/dp/389667336X">Payback &#8211; Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle &#252;ber unser Denken zur&#252;ckgewinnen&#8221;</a>) tritt.</p>
<p>Noch vor seinem Erscheinen hat das Buch &#8220;Dumm 3.0&#8243; erwartungsgem&#228;&#223; f&#252;r viel Wirbel und noch mehr Widerstand in der Blogosph&#228;re gesorgt. Jens Arne @Maennig bringt diese Stimmung pr&#228;gnant auf den Punkt:</p>
<p><a href="http://twitter.com/maennig/statuses/10763663745"><img class="alignnone size-full wp-image-2068" style="border: 1px solid #ccc;" title="maennigignorieren" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/maennigignorieren1.png" alt="" width="473" height="216" /></a></p>
<p><em style="font-size: 80%;">(Sorry, Jens, aber den Gefallen tue ich Dir nicht. Kannst ja jetzt aufh&#246;ren zu lesen :-)</em></p>
<h2>Grund also, direkt beim Autor nachzufragen, ob wir uns alle im <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-03/markus-reiter-dumm-3.0">Web 2.0 zum Affen machen</a> und ob die Demokratie 3.0 direkt ins Mittelalter zur&#252;ck f&#252;hrt:</h2>
<p><strong>Thomas Pfeiffer: Herr Reiter, soeben ist Ihr Buch „Dumm 3.0“ erschienen. Man kann sich schon ungef&#228;hr vorstellen, worum’s im Buch geht. Was ist Ihre Kernthese &#8211; aber bitte in 140 Zeichen, wir haben schlie&#223;lich nicht ewig Zeit. :-) </strong></p>
<div id="attachment_2061" class="wp-caption alignleft" style="width: 185px"><img class="size-full wp-image-2061" title="Markus Reiter: Autor von &quot;Dumm 3.0&quot;" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/markus_reiter.jpg" alt="" width="175" height="225" /><p class="wp-caption-text">Markus Reiter: Autor von &quot;Dumm 3.0&quot;</p></div>
<p><strong>Markus Reiter:</strong> Manchmal muss man sich etwas mehr Zeit nehmen, damit man Gedankensplitter nicht mit Nachdenken verwechselt. Deshalb setze ich mich &#252;ber die Vorgabe hinweg. :-) Aber in der gebotenen K&#252;rze: Das Internet ist die Dritte Medienrevolution. Es hat gewaltige Ver&#228;nderungen unseres Kommunikationsverhaltens zur Folge. Mir scheint es notwendig, vier Errungenschaften in diese digitale Zeit hin&#252;ber zu retten: erstens den professionellen Journalismus, zweitens das Urheberrecht, drittens eine Bildung, die uns bef&#228;higt, Informationen zu selektieren und viertens eine vern&#252;nftige und vernunftgeleitete gesellschaftliche Debatte. Wenn wir das nicht schaffen, werden wir am Ende in einer Gesellschaft leben, die d&#252;mmer ist als heute – daher der Titel des Buches.<br />
<strong><br />
</strong><strong>Sie schimpfen &#252;ber F&#228;kalsprache im Internet, den rauen Umgangston in der Blogosph&#228;re und mangelnde Rechtschreibung in Blogkommentaren. Unter uns: Bildzeitung und Apotheken Umschau sind auch nicht gerade literarische Kleinode. Herr Reiter, lesen Sie vielleicht einfach die falschen Blogs und folgen Sie auf Twitter den falschen Leuten – nach dem Motto: Dummes liest nur, wer dummen Leuten folgt? </strong></p>
<p>Das Buch handelt ja nicht von den Folgen des Internets f&#252;r meine innere Befindlichkeit. Ich als Einzelner k&#246;nnte in der Tat nur einige kluge Blogs lesen, ein paar Aphoristikern auf Twitter folgen und den Rest ignorieren. Man k&#246;nnte als Einzelner ja auch nur Arte und 3Sat gucken und Lettre lesen. Es geht mir aber um die Folgen der Dritten Medienrevolution f&#252;r die Gesellschaft, und da kann man die Hetzjagden des Internetmobs ebenso wenig ignorieren wie die Hetzjagden bestimmter Boulevardmedien.</p>
<h2>&#8220;Hetzjagend des Internetmobs kann man nicht ignorieren!&#8221;</h2>
<p><strong>In Ihrem Buch schreiben Sie davon, dass das Internet mit seinen unz&#228;hligen Foren, Communities und Splittergruppen zu einer Zerfaserung der Gesellschaft f&#252;hre. Ist es nicht ein gesellschaftlicher Fortschritt, wenn sich mehr Menschen fachlich austauschen k&#246;nnen und miteinander diskutieren? Warum sollte das Social Web schlussendlich f&#252;r die Demokratie eine Gefahr sein? </strong></p>
<p>Es spricht nichts gegen spezialisierte Diskussionen in spezialisierten Foren des Social Web. Aber eine Gesellschaft braucht ein Forum des gemeinsamen Dialogs. Wenn wir uns alle nur noch von Freunden und Gleichgesinnten in sozialen Netzwerken selbst best&#228;tigen lassen, werden wir in einer extrem polarisierten Gesellschaft enden. Die USA sind heute schon an diesem Punkt angekommen. Zudem glauben viele Netz-Enthusiasten, durch das Internet werden die Ohnm&#228;chtigen m&#228;chtiger und folglich m&#252;ssten die M&#228;chtigen weniger m&#228;chtig werden. Das ist aber ein Irrtum: Das Internet macht auch die M&#228;chtigen noch m&#228;chtiger! Wenn die das erst einmal voll verstanden haben und es ausnutzen, werden sich viele noch die Augen reiben.</p>
<p><strong>Aufkl&#228;rung wird verstanden als der „Mut, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen“. Braucht es im Zeitalter, da sich jeder sehr einfach aus unz&#228;hligen Quellen selbst informieren kann, &#252;berhaupt noch Journalisten als „Gatekeeper“? Anders gefragt: Trauern Verlage nicht einfach einem &#252;berholten Gesch&#228;ftsmodell nach, weil ihnen jetzt die „Lizenz zum Gelddrucken“, wie Sie selber schreiben, von den Menschen im Internet entzogen wird? </strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Dumm-3-0-Twitter-Networks-bedrohen/dp/3579068830/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1269734495&amp;sr=8-1"><img class="alignright size-full wp-image-2062" title="dumm30buchcover" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/dumm30buchcover.jpg" alt="" width="120" height="188" /></a>Leider werden in der Netz-Community Journalisten immer als Zensoren missverstanden. So als fragten sich die Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen jeden Tag: „Na, welche Meinungen und welche Fakten unterdr&#252;cken wir heute?“ Das ist ein Zerrbild. Journalisten sind in ersten Linie Dienstleister. Sie sortieren das Material f&#252;r ihre Kunden, also die Leser, H&#246;rer und Zuschauer, vor. Das machen Sie mal gut, mal weniger gut. Aber ihre Dienstleistung ist f&#252;r die Rezipienten ein Luxus – so wie sich Abteilungsleiter in Unternehmen das Material von ihren Mitarbeitern vorsortieren und aufbereiten lassen, um schneller und sicherer entscheiden zu k&#246;nnen. Wer die Arbeit der Selektion nicht von Journalisten erledigen l&#228;sst, muss sie selber machen. Das kostet Zeit, M&#252;he und ist fehleranf&#228;llig. Meiner Ansicht nach wird es &#8211; bedauerlicherweise – dazu kommen, dass sich die Reichen und M&#228;chtigen den Luxus der Qualit&#228;tsinformationen leisten werden; der Rest wird mit dem Schrott vorlieb nehmen m&#252;ssen.<br />
<strong><br />
Ihnen bl&#228;st &#8211; noch vor Erscheinen Ihres Buches &#8211; schon viel Gegenwind aus der Blogosph&#228;re ins Gesicht. Sie h&#228;tten das Internet nicht verstanden und seien ein Ewig-Gestriger. Der Titel Ihres Buches, „Dumm 3.0“, ist nicht gerade ein Friedensangebot an die Netzgemeinde. Sind Ihre provokanten Thesen nicht einfach nur unserer Mediengesellschaft geschuldet, die darauf aus ist, m&#246;glichst viel „Rabbatz“ zu erzeugen? </strong></p>
<p>Interessant nicht? Das sind Pawlowsche Reflexe. Ein Alpha-Blogger hat zum Beispiel in einem Tweet das Buch als ressentimentgeladen und argumentlos bezeichnet und gleich darauf zugegeben, es &#252;berhaupt nicht gelesen zu haben. So etwas w&#252;rden die Gro&#223;blogger jedem Journalisten zu Recht um die Ohren hauen. F&#252;r gro&#223;en Bl&#246;dsinn halte ich &#252;brigens die Phrase: „hat das Internet nicht verstanden“ – so als sei das Internet nicht ein Instrument, das auf die eine oder andere Weise gebraucht werden kann, sondern ein Buch der Offenbarung, das nur eine kleine Schar Eingeweihter richtig zu deuten vermag.</p>
<p><strong>Herr Reiter, vielen Dank f&#252;r das Gespr&#228;ch. Hoffen wir, dass Sie mit Ihren Vorhersagen nicht Recht behalten werden.<br />
</strong></p>
<h2>Hinweis: Podcast Geek-Week.de</h2>
<p>Markus Reiters Thesen im Buch &#8220;Dumm 3.0&#8243; waren auch Thema im Podcast von <a href="http://twitter.com/marcusschuler">Marcus Schuler</a>: <a href="http://www.geek-week.de/?p=46">Bedrohen Social Networks unsere Kultur? </a>auf Geek-Week.de. Hier war ich gemeinsam  mit <a title="Blog von Franziska Bluhm" href="http://blog.franziskript.de/" target="_blank">Franziska Bluhm</a> und <a title="S&#246;ren Stamer twittert unter dieser Adresse" href="http://twitter.com/SoerenStamer" target="_blank">S&#246;ren Stamer</a> Ende M&#228;rz zu Gast. Nach den Themen <em>Google Buzz</em> und <em>Googles R&#252;ckzug aus China</em> startet das Thema &#8220;Social Media bedroht unsere Kultur&#8221; bei Minute 11:00. <a href="http://www.geek-week.de/?p=46">H&#246;ren Sie rein</a>, es lohnt sich!</p>
<h2>Veranstaltungshinweis:</h2>
<p>Ich moderiere in Berlin ein Streitgespr&#228;ch zwischen Markus Reiter und Robert Basic -&gt; <a href="https://www.xing.com/events/twittwoch-special-dumm-3-0-streitgesprach-robert-basic-markus-reiter-491098">https://www.xing.com/events/twittwoch-special-dumm-3-0-streitgesprach-robert-basic-markus-reiter-491098</a></p>
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		<title>Zeig mir Deine Freunde und ich sage Dir, wen Du w&#228;hlst</title>
		<link>http://webevangelisten.de/freunde-zeigen-wen-du-waehlst/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 12:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vergangene Woche hat das Bundesverfassungsgericht die verdachtsunabh&#228;ngige Speicherung von Verbindungsdaten auf Vorrat f&#252;r verfassungswidrig erkl&#228;rt.
Aus den blo&#223;en Verbindungen zwischen Personen l&#228;sst sich sehr viel ablesen, man muss dazu nicht einmal die konkreten Inhalte der Gespr&#228;che kennen. Es gen&#252;gt zu wissen, wer wann mit wem wie lange Kontakt hatte, um R&#252;ckschl&#252;sse auf Netzwerke, Freundeskreise und R&#228;delsf&#252;hrer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vergangene Woche hat das Bundesverfassungsgericht die verdachtsunabh&#228;ngige Speicherung von <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/46/42/lang,de/">Verbindungsdaten auf Vorrat</a> f&#252;r verfassungswidrig erkl&#228;rt.</p>
<p><img src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/twitter_verbindungen_parteien.gif" alt="" title="twitter_verbindungen_parteien" width="300" height="297" class="alignleft size-full wp-image-1976" />Aus den blo&#223;en Verbindungen zwischen Personen l&#228;sst sich sehr viel ablesen, man muss dazu nicht einmal die konkreten Inhalte der Gespr&#228;che kennen. Es gen&#252;gt zu wissen, wer wann mit wem wie lange Kontakt hatte, um R&#252;ckschl&#252;sse auf Netzwerke, Freundeskreise und R&#228;delsf&#252;hrer ziehen zu k&#246;nnen.<br/><br/>Wie aufschlussreich solche Verbindungen sind, habe ich am Beispiel von Twitter untersucht. (Twitter ist f&#252;r mich so etwas wie die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drosophila">Drosophila</a> unter den Netzwerken: Man kommt einfach an das Datenmaterial heran und f&#252;r das ein oder andere Thema kann der Microbloggingdienst als Muster dienen.)</p>
<h2>Twitterfollower und -friends geben ungewollt Auskunft</h2>
<p>Untersucht habe ich 492 deutschsprachige Accounts, die eine eindeutige Parteienpr&#228;ferenz in ihrem Profil angegeben haben (danke an <a href="http://twitter.com/malte_politicus">@malte_politicus</a> f&#252;r die Listen) Von diesen Accounts habe ich &#252;berpr&#252;ft, wem sie folgen und von wem sie zur&#252;ckverfolgt werden (sog. „Re-Following“). Einige der Re-Follower konnte ich aufgrund deren eigenen Profilangaben eindeutig einer politischen Partei zuordnen. Es ergab sich also f&#252;r jeden untersuchten Account ein typisches Refollower-Profil, wer mit welchen Parteig&#228;ngern die gr&#246;&#223;ten Schnittmenge aufweist.</p>
<p>
<style type="text/css">.l,.m,.r{width:200px}.m, .r{text-allign:right}</style>
</p>
<table>
<tr>
<td class="l"><strong>Partei</strong></td>
<td class="m"><strong>Die meisten<br/>Re-Follower in<br/>eigener Partei</strong></td>
<td class="r"><strong>Die meisten<br/>Re-Follower in<br/>anderer Partei</strong></td>
</tr>
<tr>
<td class="l">CDU</td>
<td class="m">77 Accounts</td>
<td class="r">2</td>
</tr>
<tr>
<td class="l">SPD</td>
<td class="m">187</td>
<td class="r">2</td>
</tr>
<tr>
<td class="l">FDP</td>
<td class="m">120</td>
<td class="r">3</td>
</tr>
<tr>
<td class="l">Gr&#252;ne</td>
<td class="m">72</td>
<td class="r">2</td>
</tr>
<tr>
<td class="l">Linke</td>
<td class="m">23</td>
<td class="r">4</td>
</tr>
<tr>
<td class="l"><strong>Gesamt</strong></td>
<td class="m">479</td>
<td class="r">13</td>
</tr>
</table>
<p>
97% der untersuchten Parteiaccounts hatten die meisten Re-Follower innerhalb ihrer eigenen Partei. Das ist plausibel und zun&#228;chst einmal nicht weiter verwunderlich. Das besondere hierbei ist aber, dass f&#252;r die Untersuchung gar keine Parteienpr&#228;ferenz im &#246;ffentlichen Profil angegeben worden sein muss, um als m&#246;glicher Sympathisant erkannt zu werden.  (Diese Angabe wurde hier nur verwendet, um das Untersuchungsergebnis zu verifizieren).</p>
<h2>Man kann nicht nicht kommunizieren</h2>
<p>Frei nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Watzlawik#.E2.80.9EMan_kann_nicht_nicht_kommunizieren.21.E2.80.9C">Watzlawik</a> bedeutet das, dass man allein durch die Wahl seiner Freunde eine Aussage &#252;ber sich selber trifft. Wie deutlich diese Aussage sein kann, zeigt diese Untersuchung.</p>
<p>Wenn man bedenkt, dass die im Bundestag vertretene Partei „Die Linke“ in Bayern vom Verfassungsschutz beobachtet wird oder dass die Initiative „13 Februar“, die in Dresden einen Nazi-Aufmarsch erfolgreich verhindert hat, im Vorfeld vom LKA Sachsen aufgefordert wurde, ihren Webserver abzuschalten (siehe <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/lka-sachsen-gegen-dresden-nazifrei-de/">Netzpolitik.org</a>),  sind solche Netzwerkanalysen pl&#246;tzlich mehr als reine Drosophila-Spielerei.</p>
<p>Als<em> zoon politicon</em> mag man in seinem Online-Profil (&#8220;Online-Reputation&#8221;) einen weiteren Ausdruck politischer Meinungs&#228;u&#223;erung verstehen. Aber dessen sollte man sich bewusst sein. Wer seine politischen &#220;berzeugungen nicht in die &#214;ffentlichkeit tragen m&#246;chte (warum auch immer), sollte sich gut &#252;berlegen, wo er oder sie das bereits bewusst oder unbewusst getan hat.</p>
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		<title>Die St&#228;rke schwacher Bindungen</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 06:16:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
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		<description><![CDATA[Bei Micoblogging-Diensten wie Twitter.com k&#246;nnen sich User ein Netzwerk von Personen aufbauen, deren Nachrichten sie abonnieren m&#246;chten, das sog. Following. Viele Nutzer folgen auch Personen, die sie au&#223;erhalb von Twitter gar nicht pers&#246;nlich kennen. Ausgerechnet in diesen schwachen Verbindungslinien zwischen unbekannten Personen liegt eine St&#228;rke von Twitter, weil auf diesen Wegen neue, innovative Informationen zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bei Micoblogging-Diensten wie Twitter.com k&#246;nnen sich User ein Netzwerk von Personen aufbauen, deren Nachrichten sie abonnieren m&#246;chten, das sog. Following. Viele Nutzer folgen auch Personen, die sie au&#223;erhalb von Twitter gar nicht pers&#246;nlich kennen. Ausgerechnet in diesen schwachen Verbindungslinien zwischen unbekannten Personen liegt eine St&#228;rke von Twitter, weil auf diesen Wegen neue, innovative Informationen zu einem gelangen.<br />
</strong></p>
<p>Weil starke Bindungen (z.B. mit Freunden oder Arbeitskollegen) oft untereinander deckungsgleich sind (selber Bekanntenkreis) gelangt auf diesen Wegen nur wenig neue Information zu jemandem. Dahingegen haben schwache Bindungen, wie man sie auf Twitter leicht unterhalten kann, viel mehr Potenzial f&#252;r Innovationen, weil auf diesem Wege neue Impulse und andere Sichtweise zu einem gelangen. Diese soziologische Theorie von der „<a href="http://de.wikibooks.org/wiki/Soziologische_Klassiker/_Granovetter,_Mark">St&#228;rke schwacher Bindungen</a>“ wurde bereits 1973 vom amerikanischen Soziologen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Granovetter">Marc Granovetter</a> begr&#252;ndet und nun von mir (ein weiteres Mal) im Twitter-Netzwerk empirisch &#252;berpr&#252;ft.</p>
<p><strong>Das Ergebnis: Je weniger gemeinsame Freunde zwei User haben, desto h&#246;her ist die Chance, dass der eine eine Nachricht des Anderen als interessant markiert (die sog. &#8220;Favoriten&#8221;).</strong> Anders ausgedr&#252;ckt: Je st&#228;rker zwei Benutzer verbunden sind, desto seltener favorisieren sie ihre Nachrichten: Das, was mein bester Freund sagt, markiere ich am allerwenigsten als Favorit.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1748" title="Twitternetzwerk" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/01/twitterstrength.png" alt="Twitternetzwerk" width="500" height="340" /></p>
<p>Im Schaubild dargestellt sind vier einzelne Freundeskreise von Menschen (bzw. Twitterati), die sich untereinander relativ gut kennen und daher gegenseitig zur&#252;ckfolgen. Auch die eigenen Freunde folgen den gleichen Personen. Die Freundeskreise jedes Mitglieds einer Untergruppe &#252;berlappen sich also stark (blaue Verbindungen). Microblogging erm&#246;glicht es nun, relativ schwache Bindungen (lila) einfach aufzubauen und zu unterhalten. Dadurch werden Br&#252;cken in anderen Sub-Netzwerke geschlagen, &#252;ber die dann Innovation und Kreativit&#228;t flie&#223;en kann.</p>
<h2>Empirische Untersuchung</h2>
<p>Untersucht wurden 1.057 zuf&#228;llig und zusammenhanglos ausgew&#228;hlte Favoriten aus der deutschsprachigen Twittersph&#228;re.</p>
<p>Zun&#228;chst wurde die Anzahl der starken Bindungen der erfassten Twitteruser ermittelt. Als &#8220;starke&#8221; Bindung wurde gewertet, wenn sich zwei User gegenseitig folgen (sog. &#8220;Refollowing&#8221;). Im zweiten Schritt wurde die Schnittmenge der starken Kontakte zwischen dem Favoriserenden und dem Favorisierten ermittelt. Je h&#246;her die &#220;berlappung ist, desto st&#228;rker ist deren Verbindung untereinander.</p>
<p><strong>Favoriten</strong><br />
Einen Tweet (Kurznachricht auf Twitter) zu favorisieren, ihn also in einer besonderen Schublade abzulegen, wurde in der Untersuchung als Ausdruck daf&#252;r interpretiert, dass ein User die enthaltene Information f&#252;r wertvoll h&#228;lt. Dass darin also eine (im weitesten Sinne) Information enthalten ist, die f&#252;r einen selbst merk-w&#252;rdig erscheint.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1753" title="Weak Ties auf Twitter" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/01/weakties2.png" alt="Weak Ties auf Twitter" width="480" height="408" /></p>
<h2>Microblogging als Br&#252;ckenbauer zwischen unterschiedlichen Netzwerken</h2>
<p>Granovetters Theorie der &#8220;Strength of Weak Ties&#8221; wurde schon h&#228;ufig empirisch belegt und konnte nun auch f&#252;r Twitter nachgewiesen werden. <strong>Zudem zeigt sich der Wert von Twitter f&#252;r innovative Prozesse: Die favorisierten Tweets enthalten wertvolle, unter Umst&#228;nden auch innovative Informationen, die gerade f&#252;r Wissensarbeiter und Menschen in kreativen Berufen gewinnbringend sein k&#246;nnen.</strong> Hierin liegt die St&#228;rke von Twitter bzw. Microblogging: Man kann schwache Bindungen besonders einfach unterhalten und damit Br&#252;cken bauen zwischen verschieden Gruppen (Gemeinschaften von Wissenstr&#228;gern).</p>
<p>Auf diese Weise gelangen Informationen an einen heran, die man a) nicht nachfragen konnte (weil man noch nicht einmal die Idee zu einer Frage hatte), die aber b) sehr wertvoll und innovativ sind (deshalb wurden sie favorisiert).</p>
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		<title>Was ist &#8220;Medienkompetenz?</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 18:09:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
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		<description><![CDATA[Allenthalben wird Medienkompetenz gefordert, wenn es darum geht, welche Antwort unsere Gesellschaft auf das Mitmach-Web, das Social Web bereithalten muss. Allein, was versteckt sich hinter dem Begriff &#8220;Medienkompetenz&#8221;? Dieter Baacke definierte in den 1990er Jahren vier  Dimensionen der Medeinkompetenz: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung. Sie sind grunds&#228;tzlich auch auf das Mitmach-Web (Web 2.0) anwendbar. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Allenthalben wird Medienkompetenz gefordert, wenn es darum geht, welche Antwort unsere Gesellschaft auf das Mitmach-Web, das Social Web bereithalten muss. Allein, was versteckt sich hinter dem Begriff &#8220;Medienkompetenz&#8221;? <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Baacke">Dieter Baacke</a> definierte in den 1990er Jahren vier  Dimensionen der Medeinkompetenz: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung. Sie sind grunds&#228;tzlich auch auf das Mitmach-Web (Web 2.0) anwendbar. Es erscheint es mir dennoch geboten, Baackes theoretische Definition in die Social Media-Welt zu &#252;bertagen. <strong>Ein Versuch:</strong></p>
<div style="float:left"><img class="alignleft size-full wp-image-1861" title="baby_computer" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/02/baby_computer.jpg" alt="baby_computer" /><br />
Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/inferis/266391219/">FlickR-User inferis</a></div>
<h2 style="padding-top:25px">Mediennutzung / Medienkunde</h2>
<p>Neben die bekannten Massenmedien wie Zeitungen, Fernsehen und Radio sind die sog. Sozialen Medien wie Facebook, Blogs und Foren getreten. Social Media unterscheiden sich im Konkreten f&#252;r den Einzelnen auf den ersten Blick <strong>nicht</strong> von Massenmedien, obwohl sie einen deutlich anderen Zweck erf&#252;llen: W&#228;hrend Spiegel, S&#252;ddeutsche und Co. in erster Linie zur Information und Massenunterhaltung da sind, dienen Soziale Medien vor allem dem Beziehungsaufbau untereinander (vgl. auch Schulz von Thun: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell">Vier Seiten einer Nachricht</a>).<br />
Diesen Unterschied in der Mediennutzung gilt es, im Alltag zu verstehen und entsprechend zu w&#252;rdigen.</p>
<h2>Medienkritik</h2>
<p>Durch die zunehmende Ent-Professionalisierung der Medienerstellung, d.h. dadurch, dass es zunehmend einfacher wird, Inhalte zu erstellen und zu verbreiten (vgl. Clay Shirky: &#8220;<a href="http://www.shirky.com/writings/broadcast_and_community.html">First publish, then filter</a>&#8220;), wird nicht nur die F&#228;higkeit immer wichtiger, Relevantes vom Unwichtigem zu unterscheiden, wie es der Herausgeber der F.A.Z., <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/509/494841/text/">Frank Schirrmacher in seinem Buch <em>Payback</em></a><em> </em>fordert. Es wird auch wichtiger, bei jedem Text (oder sonstigem Medieninhalt), die Motive des Autors oder der Autorin zu hinterfragen. Warum trifft jemand diese Aussage und keine andere? Was k&#246;nnte ihn oder sie dazu bewogen haben, seine oder ihre Meinung derart darzustellen? Zwar ist es auch bei professionellen Massenmedien wichtig, die Interessen des Autors bzw. des Verlages zu hinterfragen. Bei Blogs, Foren und Facebook stehen aber die pers&#246;nlichen Meinungen der Betreiber unter Umst&#228;nden mehr im Mittelpunkt. Nur nicht immer ganz so deutlich.<br />
Dies gilt es, sich st&#228;ndig im Social Web zu vergegenw&#228;rtigen.</p>
<h2>Mediengestaltung</h2>
<p>Es muss nicht jeder einen Podcast aufnehmen k&#246;nnen. Und seit es kleine Videokameras f&#252;r die Westentasche gibt (mit immer noch so technischen klingenden Namen wie <a href="http://www.netzwelt.de/news/80643-kodak-zi8-test-videokamera-hosentasche.html">Zi8</a>) braucht man auch <a href="http://medialdigital.de/category/rgmp-multimedia-tutorial/">kein Wochenendseminar</a> mehr, um ein Filmchen zu drehen, zu schneiden und auf <a href="http://www.youtube.com/watch?v=L_Ui_QGBwRU">YouTube</a> hochzuladen. W&#228;hrend von technikfernen P&#228;dagogen Schulungen und Lehrg&#228;nge zum richtigen Umgang mit Tastatur und Maus gefordert werden, sollte Mediengestaltung als Element von Medienkompetenz mehr verstanden werden als Denkschule, wie Inhalte inhaltlich aufbereitet werden: Wie erz&#228;hlt man eine Geschichte? Wie nimmt man ggf. einen neutralen Blickwinkel ein? Wie l&#228;sst man gegenteilige Meinungen zu Wort kommen? Das sind Elemente, die man aus der Journalistenausbildung &#252;bernehmen k&#246;nnte.</p>
<p><strong>Was ist Ihre Meinung? Was geh&#246;rt f&#252;r Sie zu Medienkompetenz dazu? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.</strong></p>
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		<title>Kleine Twitterwelt</title>
		<link>http://webevangelisten.de/kleine-twitterwelt/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 May 2009 18:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie oft muss man in Twitter-Deutschland im Schnitt geretweetet werden, damit man jede/n andere/n erreichen k&#246;nnte? Theoretisch.
In der Soziologie kennt man das &#8220;Kleine-Welt-Ph&#228;nomen&#8221;: Jeder Mensch auf der Welt ist &#252;ber maximal sechs Ecken mit jedem anderen bekannt. Vom Berliner Yuppie bist zum Yanomami in S&#252;damerika sind nur sechs Zwischenschritte n&#246;tig, wenn sich beide einen Brief [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie oft muss man in Twitter-Deutschland im Schnitt geretweetet werden, damit man jede/n andere/n erreichen k&#246;nnte? Theoretisch.</p>
<p>In der Soziologie kennt man das &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kleine-Welt-Ph%C3%A4nomen" target="_blank">Kleine-Welt-Ph&#228;nomen&#8221;</a>: Jeder Mensch auf der Welt ist &#252;ber maximal sechs Ecken mit jedem anderen bekannt. Vom Berliner Yuppie bist zum Yanomami in S&#252;damerika sind nur sechs Zwischenschritte n&#246;tig, wenn sich beide einen Brief schreiben m&#246;chten.<br />
Als erster beschrieb dieses Ph&#228;nomen der amerikanische Psychologe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stanley_Milgram" target="_blank">Stanley Milgram</a> (der auch das ber&#252;hmte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment" target="_blank">Milgram-Experiment</a> durchgef&#252;hrt hat).</p>
<h2>Nun habe ich das <em>SmallWorld-Phenomenon</em> f&#252;r die deutschsprachige Twitterwelt nachgerechnet.</h2>
<p>Ich habe &#252;berpr&#252;ft, wie oft ein Tweet von den deutschsprachigen Followern und deren Followern (und so weiter) ge-retweetet werden muss, damit man jeden beliebigen anderen Account erreichen k&#246;nnte. Nat&#252;rlich re-tweetet nicht jeder, man liest nicht mal alle Tweets. Mir ging es nur um die <strong>theoretische</strong> M&#246;glichkeit, jeden beliebigen anderen deutschsprachigen Twitterer zu erreichen.</p>
<h2>Im Schnitt muss man nur 2,1 mal ge-retweetet werden, damit ein eigener Tweet einen beliebigen anderen Account erreicht.</h2>
<p>Das ist deutlich weniger als die sechs Zwischenschritte des  &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kleine-Welt-Ph%C3%A4nomen" target="_blank">Kleine-Welt-Ph&#228;nomens&#8221;</a>. Erk&#228;ren l&#228;sst sich das damit, dass im deutschsprachigen Raum derzeit monatlich etwa 50.000 bis 60.000 Menschen aktiv twittern, und jede/r davon im Schnitt 110 Follower hat.<br />
Ich habe &#252;berpr&#252;ft, wie sehr sich die Follower von zwei Accounts, die sich gegenseitig folgen, <strong>&#252;berschneiden</strong>. Im Durchschnitt &#252;berlappen sich nur 13,8% &#8220;meiner&#8221; Follower mit den Followern eines beliebigen Followers von mir.</p>
<p>Wenn also jmd. tweetet, erreicht er damit im Schnitt 110 Personen.<br />
Wenn jeder retweeten w&#252;rde, w&#228;ren das (nicht 110*110=12.100, sondern wegen der &#220;berlappung) 110*84,8=9.328 Accounts, die erreicht w&#252;rden. Wenn das nun wieder jeder re-tweeten w&#252;rden, k&#246;nnte man jeden beliebigen anderen Twitterer in Deutschland, &#214;sterrreich und der Schweiz erreichen.</p>
<p><strong>Einschub: </strong>Ich habe den Verbindungspfad zwischen zwei Accounts einmal unter der Pr&#228;misse analysiert, wenn jeder seine Follower <strong>zuf&#228;llig</strong> aussuchen w&#252;rde und dabei zwischen 10 und 210 Follower h&#228;tte (was dem echten Durchschnit von 110 Followern entspricht). Die &#220;berlappung meiner Follower mit den Followern eines beliebigen Followers von mir betr&#252;ge dann im Schnitt nur 3,9%, die durchschnittliche Entfernung zwischen zwei Accounts nur 1,75.</p>
<h2>St&#228;rke schwacher Bindungen</h2>
<p>Der vorliegende Befund unterst&#252;tzt die These, dass man mit <a href="http://twitter.com/codeispoetry" target="_blank">Twitter</a> besonders schwache Bindungen aufbauen und unterhalten kann. Also Bindungen mit Personen, zu denen man ansonsten keine Verbindnung hat. Dar&#252;ber gelangt man an neue (=fremde) Ideen und Meinungen, an die man &#252;ber seinen (engsten) Freundeskreis gar nicht gekommen w&#228;re.<br />
Mehr dazu im Beitrag <a href="http://webevangelisten.de/staerke-schwacher-bindungen/" target="_self">Die St&#228;rke schwacher Bindungen in Twitter.</a></p>
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