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	<title>Webevangelisten &#187; Paid-Content</title>
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	<description>Evidenzbasierende Social Media Beratung</description>
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		<title>taz muss sein</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 08:55:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Meinung]]></category>
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		<description><![CDATA[Nennt mich Genosse! Mitten in der vermeintlich gr&#246;&#223;ten Krise der Zeitungsverlagsbranche, in der Zeitungen vom Markt verschwinden, sich ehemalige Qualit&#228;tsbl&#228;tter wie der Spiegel zu Kampagnenlautsprecher degradieren und Alice Schwarzer f&#252;r die Bild vom Kachelmann-Prozess berichtet (wenn mensch das „berichten” nennen kann), mitten in dieser Krise also verhalte ich mich antizyklisch: ich bin soeben Genosse der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nennt mich Genosse! Mitten in der vermeintlich gr&#246;&#223;ten Krise der Zeitungsverlagsbranche, in der Zeitungen vom Markt verschwinden, sich ehemalige Qualit&#228;tsbl&#228;tter wie der <em>Spiegel</em> zu <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2010/09/04/wir-basteln-uns-einen-schill/">Kampagnenlautsprecher degradieren</a> und Alice Schwarzer f&#252;r die <em>Bild</em> vom Kachelmann-Prozess berichtet (wenn mensch das „berichten” nennen kann), mitten in dieser Krise also verhalte ich mich antizyklisch: ich bin soeben Genosse der taz, der tageszeitung aus Berlin, geworden.</p>
<p>Dr&#228;ngt sich naturellement die Frage auf: Warum? Warum jetzt? Warum, um Himmels Willen ausgerechnet im Jahr 2010. Alle Welt redet von Social Media und B&#252;rgerjournalismus (naja, nicht die ganze Welt, nur einige wenige, die aber daf&#252;r besonders laut).</p>
<h2>Wie erkl&#228;r ich&#8217;s also meinem Kinde?</h2>
<p>Die taz-Genossenschaft ist so was wie <a href="http://netzwertig.com/2010/02/11/flattr-neuer-micropaymentdienst-setzt-auf-die-thank-you-economy/">flattr</a> 1.0, nur, dass es hier nicht um Spielgeld von ein paar Euro geht, sondern um mindestens 500 €, die man pro Genossenschaftsanteil berappen muss. 500 €, die ich in Pressearbeit investiere. Presse<em>arbeit</em>, nicht -<em>freiheit</em>. Letztere w&#228;re n&#228;mlich nicht gef&#228;hrdet, wenn es die taz nicht mehr g&#228;be, wenn sie aus wirtschaftlichen Gr&#252;nden eingestellt werden m&#252;sste. Aber es w&#252;rde in der deutschen Medienlandschaft etwas fehlen.</p>
<div id="attachment_2426" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-2426" title="taz muss sein" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/09/taz.jpg" alt="" width="300" height="250" /><p class="wp-caption-text">taz muss findet, findet Thomas Pfeiffer.</p></div>
<p>Ja, ich kann die taz auch kostenlos im Netz lesen, und als Genosse habe ich noch nicht einmal automatisch ein Abo. Das habe ich zus&#228;tzlich abgeschlossen. Ich glaube, dass eine funktionierende Demokratie darauf angewiesen ist, dass professionelle JournalistInnen ihre Arbeit tun und ausschlie&#223;lich ihren Lesenden verpflichtet sind und nicht ihren Werbekunden. Ich glaube auch, dass eine freie Presse &#8211; und damit meine ich auch frei von wirtschaftlicher Not &#8211; einen sehr hohen Wert f&#252;r unsere Gesellschaft hat. Nicht alles, was einen Wert hat, kann man mit Geld bezahlen. Aber welchen Wert misst man einer Sache bei, f&#252;r die man nicht zu zahlen bereit ist, wenn sich die M&#246;glichkeit dazu ergibt?</p>
<h2>Blogger vs. Journalisten</h2>
<p>Den wesentlichen Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten definierte der ehemalige Tagesthemen-Moderator Hajo Friedichs noch in vorinternetlicher Zeit: „Mach Dich nie gemein mit einer Sache. Auch nicht mit einer Guten.” Nat&#252;rlich gibt es so etwas wie eine objektive Berichterstattung qua definitionem nicht. Es kann sie gar nicht in Reinform geben. Und die taz versucht es nur bisweilen, sich diesem Ideal zu n&#228;hern.<br />
Wenn man sich aber „mit keiner Sache gemein” machen m&#246;chte, geh&#246;rt dazu zwangsl&#228;ufig die Sache der Werbetreibenden. Bei Funk und Fernsehen organisiert diese Form der Freiheit der Staat &#252;ber die GEZ f&#252;r die &#214;ffentlich-Rechtlichen Sendeanstalten. Bei Zeitungen, Printprodukten und auch Internetangeboten m&#252;ssen wir, die B&#252;rgerinnen und B&#252;rger, das selber tun. Deshalb bin ich taz-Genosse geworden.</p>
<p>Wer &#252;ber die Medienkrise und das Zeitungssterben nachdenkt, muss ich auch &#252;berlegen was er oder sie pers&#246;nlich tun kann. Um es mit den Worten des Wahl-Berliners John F. Kennedy zu sagen: „Frage nicht, was Journalisten f&#252;r Dich tun k&#246;nnen. Sondern frage, was Du f&#252;r den Journalismus tun kannst.”</p>
<p><a href="http://www.taz.de/zeitung/genossenschaft">Werde taz-Genosse</a>.</p>
<p><em>Eine „regional-taz” :-) im Kleinen, die gerade in Bayern sehnlichst erwartet wird, gibt in Regensburg der Journalist und Publizist Stefan Aigner heraus: <a href="http://www.regensburg-digital.de/foerderverein/">http://www.regensburg-digital.de/foerderverein/</a></em></p>
<p><em>Dieser Beitrag ist nicht flattr-, aber kommentierbar.</em></p>
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		<title>&#8220;Dumm 3.0&#8243; &#8211; Markus Reiter &#252;ber Hetzjagden im Internet und Journalismus als Dienstleistung</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Mar 2010 00:56:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Diplompolitologe Markus Reiter hat Angst! Er bef&#252;rchtet, dass das Internet unsere  Gesellschaft spaltet: in eine Informationselite, die sich den Zugang zu wert-vollen Informationen auch in Zukunft noch wird leisten k&#246;nnen und in eine unwissende, leicht zu verf&#252;hrende Masse, die von &#8220;krakeelenden Nutzern in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken&#8221; f&#252;r dumm verkauft wird. Durch das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Diplompolitologe Markus Reiter hat Angst! Er bef&#252;rchtet, dass das Internet unsere  Gesellschaft spaltet: in eine Informationselite, die sich den Zugang zu wert-vollen Informationen auch in Zukunft noch wird leisten k&#246;nnen und in eine unwissende, leicht zu verf&#252;hrende Masse, die von &#8220;krakeelenden Nutzern in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken&#8221; f&#252;r dumm verkauft wird. Durch das Sterben der traditionellen Medien gingen den Menschen die Wegweiser im Info-Dschungel verloren, was unsere Demokratie in ihren Grundfesten ersch&#252;ttere.</p>
<p>Es scheint so schlimm um unsere Zukunft zu stehen, dass der ehemalige <a href="http://www.faz.net/feuilleton">Feuilletonredakteur der FAZ</a> jetzt das Buch <strong>Dumm 3.0 &#8211; Wie Twitter, Blogs und Networks unsere Kultur bedrohen</strong> vorgelegt hat und damit in die Fu&#223;stapfen seines fr&#252;heren Chefs <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Schirrmacher">Frank Schirrmacher</a> (&#8220;<a href="http://www.amazon.de/Payback-Informationszeitalter-gezwungen-Kontrolle-zur%C3%BCckgewinnen/dp/389667336X">Payback &#8211; Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle &#252;ber unser Denken zur&#252;ckgewinnen&#8221;</a>) tritt.</p>
<p>Noch vor seinem Erscheinen hat das Buch &#8220;Dumm 3.0&#8243; erwartungsgem&#228;&#223; f&#252;r viel Wirbel und noch mehr Widerstand in der Blogosph&#228;re gesorgt. Jens Arne @Maennig bringt diese Stimmung pr&#228;gnant auf den Punkt:</p>
<p><a href="http://twitter.com/maennig/statuses/10763663745"><img class="alignnone size-full wp-image-2068" style="border: 1px solid #ccc;" title="maennigignorieren" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/maennigignorieren1.png" alt="" width="473" height="216" /></a></p>
<p><em style="font-size: 80%;">(Sorry, Jens, aber den Gefallen tue ich Dir nicht. Kannst ja jetzt aufh&#246;ren zu lesen :-)</em></p>
<h2>Grund also, direkt beim Autor nachzufragen, ob wir uns alle im <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-03/markus-reiter-dumm-3.0">Web 2.0 zum Affen machen</a> und ob die Demokratie 3.0 direkt ins Mittelalter zur&#252;ck f&#252;hrt:</h2>
<p><strong>Thomas Pfeiffer: Herr Reiter, soeben ist Ihr Buch „Dumm 3.0“ erschienen. Man kann sich schon ungef&#228;hr vorstellen, worum’s im Buch geht. Was ist Ihre Kernthese &#8211; aber bitte in 140 Zeichen, wir haben schlie&#223;lich nicht ewig Zeit. :-) </strong></p>
<div id="attachment_2061" class="wp-caption alignleft" style="width: 185px"><img class="size-full wp-image-2061" title="Markus Reiter: Autor von &quot;Dumm 3.0&quot;" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/markus_reiter.jpg" alt="" width="175" height="225" /><p class="wp-caption-text">Markus Reiter: Autor von &quot;Dumm 3.0&quot;</p></div>
<p><strong>Markus Reiter:</strong> Manchmal muss man sich etwas mehr Zeit nehmen, damit man Gedankensplitter nicht mit Nachdenken verwechselt. Deshalb setze ich mich &#252;ber die Vorgabe hinweg. :-) Aber in der gebotenen K&#252;rze: Das Internet ist die Dritte Medienrevolution. Es hat gewaltige Ver&#228;nderungen unseres Kommunikationsverhaltens zur Folge. Mir scheint es notwendig, vier Errungenschaften in diese digitale Zeit hin&#252;ber zu retten: erstens den professionellen Journalismus, zweitens das Urheberrecht, drittens eine Bildung, die uns bef&#228;higt, Informationen zu selektieren und viertens eine vern&#252;nftige und vernunftgeleitete gesellschaftliche Debatte. Wenn wir das nicht schaffen, werden wir am Ende in einer Gesellschaft leben, die d&#252;mmer ist als heute – daher der Titel des Buches.<br />
<strong><br />
</strong><strong>Sie schimpfen &#252;ber F&#228;kalsprache im Internet, den rauen Umgangston in der Blogosph&#228;re und mangelnde Rechtschreibung in Blogkommentaren. Unter uns: Bildzeitung und Apotheken Umschau sind auch nicht gerade literarische Kleinode. Herr Reiter, lesen Sie vielleicht einfach die falschen Blogs und folgen Sie auf Twitter den falschen Leuten – nach dem Motto: Dummes liest nur, wer dummen Leuten folgt? </strong></p>
<p>Das Buch handelt ja nicht von den Folgen des Internets f&#252;r meine innere Befindlichkeit. Ich als Einzelner k&#246;nnte in der Tat nur einige kluge Blogs lesen, ein paar Aphoristikern auf Twitter folgen und den Rest ignorieren. Man k&#246;nnte als Einzelner ja auch nur Arte und 3Sat gucken und Lettre lesen. Es geht mir aber um die Folgen der Dritten Medienrevolution f&#252;r die Gesellschaft, und da kann man die Hetzjagden des Internetmobs ebenso wenig ignorieren wie die Hetzjagden bestimmter Boulevardmedien.</p>
<h2>&#8220;Hetzjagend des Internetmobs kann man nicht ignorieren!&#8221;</h2>
<p><strong>In Ihrem Buch schreiben Sie davon, dass das Internet mit seinen unz&#228;hligen Foren, Communities und Splittergruppen zu einer Zerfaserung der Gesellschaft f&#252;hre. Ist es nicht ein gesellschaftlicher Fortschritt, wenn sich mehr Menschen fachlich austauschen k&#246;nnen und miteinander diskutieren? Warum sollte das Social Web schlussendlich f&#252;r die Demokratie eine Gefahr sein? </strong></p>
<p>Es spricht nichts gegen spezialisierte Diskussionen in spezialisierten Foren des Social Web. Aber eine Gesellschaft braucht ein Forum des gemeinsamen Dialogs. Wenn wir uns alle nur noch von Freunden und Gleichgesinnten in sozialen Netzwerken selbst best&#228;tigen lassen, werden wir in einer extrem polarisierten Gesellschaft enden. Die USA sind heute schon an diesem Punkt angekommen. Zudem glauben viele Netz-Enthusiasten, durch das Internet werden die Ohnm&#228;chtigen m&#228;chtiger und folglich m&#252;ssten die M&#228;chtigen weniger m&#228;chtig werden. Das ist aber ein Irrtum: Das Internet macht auch die M&#228;chtigen noch m&#228;chtiger! Wenn die das erst einmal voll verstanden haben und es ausnutzen, werden sich viele noch die Augen reiben.</p>
<p><strong>Aufkl&#228;rung wird verstanden als der „Mut, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen“. Braucht es im Zeitalter, da sich jeder sehr einfach aus unz&#228;hligen Quellen selbst informieren kann, &#252;berhaupt noch Journalisten als „Gatekeeper“? Anders gefragt: Trauern Verlage nicht einfach einem &#252;berholten Gesch&#228;ftsmodell nach, weil ihnen jetzt die „Lizenz zum Gelddrucken“, wie Sie selber schreiben, von den Menschen im Internet entzogen wird? </strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Dumm-3-0-Twitter-Networks-bedrohen/dp/3579068830/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1269734495&amp;sr=8-1"><img class="alignright size-full wp-image-2062" title="dumm30buchcover" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/dumm30buchcover.jpg" alt="" width="120" height="188" /></a>Leider werden in der Netz-Community Journalisten immer als Zensoren missverstanden. So als fragten sich die Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen jeden Tag: „Na, welche Meinungen und welche Fakten unterdr&#252;cken wir heute?“ Das ist ein Zerrbild. Journalisten sind in ersten Linie Dienstleister. Sie sortieren das Material f&#252;r ihre Kunden, also die Leser, H&#246;rer und Zuschauer, vor. Das machen Sie mal gut, mal weniger gut. Aber ihre Dienstleistung ist f&#252;r die Rezipienten ein Luxus – so wie sich Abteilungsleiter in Unternehmen das Material von ihren Mitarbeitern vorsortieren und aufbereiten lassen, um schneller und sicherer entscheiden zu k&#246;nnen. Wer die Arbeit der Selektion nicht von Journalisten erledigen l&#228;sst, muss sie selber machen. Das kostet Zeit, M&#252;he und ist fehleranf&#228;llig. Meiner Ansicht nach wird es &#8211; bedauerlicherweise – dazu kommen, dass sich die Reichen und M&#228;chtigen den Luxus der Qualit&#228;tsinformationen leisten werden; der Rest wird mit dem Schrott vorlieb nehmen m&#252;ssen.<br />
<strong><br />
Ihnen bl&#228;st &#8211; noch vor Erscheinen Ihres Buches &#8211; schon viel Gegenwind aus der Blogosph&#228;re ins Gesicht. Sie h&#228;tten das Internet nicht verstanden und seien ein Ewig-Gestriger. Der Titel Ihres Buches, „Dumm 3.0“, ist nicht gerade ein Friedensangebot an die Netzgemeinde. Sind Ihre provokanten Thesen nicht einfach nur unserer Mediengesellschaft geschuldet, die darauf aus ist, m&#246;glichst viel „Rabbatz“ zu erzeugen? </strong></p>
<p>Interessant nicht? Das sind Pawlowsche Reflexe. Ein Alpha-Blogger hat zum Beispiel in einem Tweet das Buch als ressentimentgeladen und argumentlos bezeichnet und gleich darauf zugegeben, es &#252;berhaupt nicht gelesen zu haben. So etwas w&#252;rden die Gro&#223;blogger jedem Journalisten zu Recht um die Ohren hauen. F&#252;r gro&#223;en Bl&#246;dsinn halte ich &#252;brigens die Phrase: „hat das Internet nicht verstanden“ – so als sei das Internet nicht ein Instrument, das auf die eine oder andere Weise gebraucht werden kann, sondern ein Buch der Offenbarung, das nur eine kleine Schar Eingeweihter richtig zu deuten vermag.</p>
<p><strong>Herr Reiter, vielen Dank f&#252;r das Gespr&#228;ch. Hoffen wir, dass Sie mit Ihren Vorhersagen nicht Recht behalten werden.<br />
</strong></p>
<h2>Hinweis: Podcast Geek-Week.de</h2>
<p>Markus Reiters Thesen im Buch &#8220;Dumm 3.0&#8243; waren auch Thema im Podcast von <a href="http://twitter.com/marcusschuler">Marcus Schuler</a>: <a href="http://www.geek-week.de/?p=46">Bedrohen Social Networks unsere Kultur? </a>auf Geek-Week.de. Hier war ich gemeinsam  mit <a title="Blog von Franziska Bluhm" href="http://blog.franziskript.de/" target="_blank">Franziska Bluhm</a> und <a title="S&#246;ren Stamer twittert unter dieser Adresse" href="http://twitter.com/SoerenStamer" target="_blank">S&#246;ren Stamer</a> Ende M&#228;rz zu Gast. Nach den Themen <em>Google Buzz</em> und <em>Googles R&#252;ckzug aus China</em> startet das Thema &#8220;Social Media bedroht unsere Kultur&#8221; bei Minute 11:00. <a href="http://www.geek-week.de/?p=46">H&#246;ren Sie rein</a>, es lohnt sich!</p>
<h2>Veranstaltungshinweis:</h2>
<p>Ich moderiere in Berlin ein Streitgespr&#228;ch zwischen Markus Reiter und Robert Basic -&gt; <a href="https://www.xing.com/events/twittwoch-special-dumm-3-0-streitgesprach-robert-basic-markus-reiter-491098">https://www.xing.com/events/twittwoch-special-dumm-3-0-streitgesprach-robert-basic-markus-reiter-491098</a></p>
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		<title>Auf eine Zigarette mit Bayerns bloggendem Staatsfeind Nr. 1</title>
		<link>http://webevangelisten.de/regensburg-digital/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 23:10:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Journalist Stefan Aigner betreibt im bayerischen Regensburg die Netzzeitung Regensburg Digital. Seit zwei Jahren berichtet er vornehmlich aus der Kommunalpolitik der CSU-gef&#252;hrten Stadt. &#220;berregional bekannt wurde Aigner durch seinen Rechtsstreit mit dem Waffenhersteller Diehl, dem er nicht &#246;ffentlich vorwerfen durfte, Streumunition herzustellen. Jetzt traf er sich mit den Rechtsanw&#228;lten des  M&#246;belkonzerns XXXLutz vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Journalist Stefan Aigner betreibt im bayerischen Regensburg die Netzzeitung <a href="http://r-digital.de">Regensburg Digital</a>. Seit zwei Jahren berichtet er vornehmlich aus der Kommunalpolitik der CSU-gef&#252;hrten Stadt. &#220;berregional bekannt wurde Aigner durch seinen <a href="http://r-digital.de/?p=2337">Rechtsstreit mit dem Waffenhersteller Diehl</a>, dem er nicht &#246;ffentlich vorwerfen durfte, Streumunition herzustellen. Jetzt traf er sich mit den Rechtsanw&#228;lten des  <a href="http://r-digital.de/?s=xxl&amp;x=0&amp;y=0">M&#246;belkonzerns XXXLutz</a> vor dem Regensburger Landgericht.</em></p>
<p><strong>Thomas Pfeiffer: Stefan, warum braucht es in Regensburg &#252;berhaupt eine weitere Tageszeitung?</strong></p>
<div id="attachment_1950" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-1950" title="Legt sich gern mit Gr&#246;&#223;eren an: Der Blogger Stefan Aigner." src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/xxxl1.jpg" alt="" width="200" height="268" /><p class="wp-caption-text">Legt sich gern mit Gr&#246;&#223;eren an: Der Blogger Stefan Aigner (nicht im Bild :-).</p></div>
<p>Die hiesige Tageszeitung (Mittelbayerische Zeitung) hat in Regensburg quasi eine Monopolstellung. Der Verleger Peter Esser ist IHK-Pr&#228;sident, er ist am lokalen Radio, TV beteiligt und hat diversen Anzeigenbl&#228;tter und Monatsmagazine am Start. Da wird&#8217;s etwas eng mit der Informationsvielfalt. Diese Monopolstellung ist &#252;brigens kein spezifisches Regensburger Problem.</p>
<p>In Passau ist es mit der PNP &#228;hnlich. <em>regensburg-digital.de</em> verfolgt nicht den Anspruch, die Tageszeitung zu ersetzen. Wir wollen eine Gegen- oder besser Zusatz&#246;ffentlichkeit bieten, wo der Schwerpunkt auf andere Themen gelegt wird, z.B. den Umgang mit <a href="http://r-digital.de/?s=asyl&amp;x=0&amp;y=0">Asylbewerbern</a> oder auch mal die Nachteile von ansonsten hochgejubelten Bauprojekten. Wir wollen einen etwas anderen Blick auf einige Immobilien- oder Grundst&#252;cksgesch&#228;fte in Regensburg werfen, die in der Tageszeitung eher gelobhudelt werden oder auch mal Unternehmensnachrichten bringen, die nicht gef&#228;rbt sind von dicken Anzeigenauftr&#228;gen, die ein Konzern wie <a href="http://r-digital.de/?s=XXXLutz&amp;x=0&amp;y=0">XXXLutz</a> an die Tageszeitung vergibt. Au&#223;erdem bieten wir ein sehr offenes <a href="http://r-digital.de/?feed=comments-rss2">Kommentar-Forum</a>, in dem jeder ungeschminkt seine Meinung sagen kann; auch wenn&#8217;s der Redaktion manchmal weh tut &#8230;</p>
<p><strong>Du berichtest zwar schwerpunktm&#228;&#223;ig &#252;ber kommunale Themen, schaust aber immer wieder &#252;ber die Stadtgrenzen hinaus. Als Mitte 2008 der R&#252;stungs-Unternehmer Werner Diehl einen  Verdienstorden vom damals wahlk&#228;mpfenden G&#252;nther Beckstein erhielt, f&#252;hrte Deine Berichterstattung zu einem Gerichtsprozess. Warum?</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1934" title="Stefan Aigner" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/aigner.jpg" alt="" width="250" height="248" />Ich hab eine Bombe aus dem Hause Diehl nicht so bezeichnet, wie es sich der Waffenfabrikant gew&#252;nscht hat. Es geht um das Geschoss SMART 155, das mehrere NGOs (z.B. <a href="http://www.streubomben.de/die-laender/die-produzenten/prozess-diehl-gegen-aigner.html">B&#252;ndnis Landmine</a>, <a href="http://www.handicap-international.de/presse/presseerklaerungen/presseerklaerung-23022009.html">Handicap International</a>), Zeitungen, Munitionsexperten oder damals noch die Republik &#214;sterreich als Streumunition bezeichnet haben. Das habe ich auch getan und nebenbei noch die Nazi-Geschichte des Unternehmens ins Spiel gebracht. Diehl sah das als gesch&#228;ftssch&#228;digend an und hat mich verklagt. Interessant daran ist, dass Diehl vorher jahrelang mit Streumunition gutes Geld verdient hat und jetzt pl&#246;tzlich damit nicht mehr in Verbindung gebracht werden wollte. Immerhin wurde gerade ein weltweites Verbot von Streumunition diskutiert. Die neue Diehl-Bombe wurde auf Druck der Bundesregierung von dem Verbot ausgenommen und firmiert jetzt unter &#8220;intelligente Streumunition&#8221;.</p>
<p>Vor Gericht schlossen wir dann einen Vergleich. Diehl zahlte die Verfahrenskosten, daf&#252;r musste ich eine Einstweilige Verf&#252;gung akzeptieren. Ich muss k&#252;nftig zwischen herk&#246;mmlicxher Streumunition und der SMART 155 st&#228;rker differenzieren, hat mir der Richter geraten. <a href="http://www.regensburg-digital.de/?p=2347">Gr&#252;nen-Chefin Claudia Roth</a> sieht die SMART 155 &#252;brigens nach wie vor als Streumunition an, die verboten werden m&#252;sste. Insgesamt ist die Sache gut ausgegangen. Es gab gro&#223;es Medienecho und heute wissen mehr Leute &#252;ber Diehl Bescheid als vorher.</p>
<p><strong>Du hast Dich vergangene Woche wieder mit einem Konzern vor Gericht getroffen. Wie ist es gelaufen?</strong></p>
<p>Hervorragend. XXXLutz &#8212; laut Eigenwerbung der weltweit zweitgr&#246;&#223;te M&#246;belkonzern &#8212; ist mit seinem Versuch gescheitert uns den Mund zu verbieten. Per Unterlassungserkl&#228;rung wollte man uns untersagen, die Tatsache zu berichten, dass im Verkauf bei XXXL Hiendl Passau die Quote der Vollzeitbesch&#228;ftigten auf unter 30 Prozent reduziert wurde. <a href="http://r-digital.de/?p=6922">Wir haben uns gerichtlich gegen diese Abmahnung gewehrt und heute in allen strittigen Punkten recht bekommen.</a></p>
<p><strong>Solche Verfahren sind sehr schnell sehr teuer. Wie finanzierst Du Diene Zeitung/Dein Blog?</strong></p>
<p>Es sind zwei Standbeine. Zum einen ganz traditionell &#252;ber <a href="http://r-digital.de/?page_id=6776">Anzeigen</a>, auch wenn die gerade im lokalen Bereich schwer zu bekommen sind, wenn man ab und zu dem Oberb&#252;rgermeister oder der Stadtratsmehrheit auf die Zehen tritt. Andererseits gibt es den <a href="http://r-digital.de/?page_id=1499">Verein zur F&#246;rderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V.</a>.</p>
<p><strong>Es wird in der Netzgemeinde immer wieder &#252;ber den vermeintlichen Graben zwischen Bloggern und Journalisten gestritten. Bist Du Blogger oder Journalist?</strong></p>
<p>Kommt darauf an, ob man Blogger als despektierliche Bezeichnung sieht. Das tue ich nicht. Es kommt immer darauf an, was der Journalist oder Blogger macht. Ich sehe <em>regensburg-digital.de</em> als Blog mit journalistischem Anspruch. Ich st&#252;tze mich bei meiner Berichterstattung auf Fakten, die ich recherchiert habe, verf&#228;lsche nichts und l&#252;ge nicht. Ich erlaube mir aber auch, eine klare Haltung zu vertreten. Das ist legitim und ehrlicher als dem Leser eine Objektivit&#228;t vorzugaukeln, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Nur weil ein Text sich objektiv liest, ist er das noch lange nicht. Der Kommentar f&#228;ngt beim Weglassen an und in den traditionellen Medien fehlen h&#228;ufig ganze Themenbl&#246;cke.</p>
<p><strong>Danke f&#252;r das Interview.</strong></p>
<p><em>Disclaimer: Ich bin mit Stefan Aigner sehr gut befreundet.</em><strong><br />
</strong></p>
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