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	<title>Webevangelisten &#187; Pädagogik</title>
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	<description>Evidenzbasierende Social Media Beratung</description>
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		<title>Wie die Politik Medienkompetenz f&#246;rdern kann</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Sep 2010 07:32:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Keine Diskussion &#252;ber Neue Medien und das Internet kommt ohne den Ruf nach mehr „Medienkompetenz“ aus. Allein, was verbirgt sich hinter dem Begriff und vor allem: wie k&#246;nnen wir, Gesellschaft und Politik, daf&#252;r Sorge tragen, dass mehr Menschen mehr Medienkompetenz erwerben?
Zu ersterer habe ich schon vor einiger Zeit gebloggt („Was ist Medienkompetenz?“) nun m&#246;chte ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keine Diskussion &#252;ber Neue Medien und das Internet kommt ohne den Ruf nach mehr „Medienkompetenz“ aus. Allein, was verbirgt sich hinter dem Begriff und vor allem: wie k&#246;nnen wir, Gesellschaft und Politik, daf&#252;r Sorge tragen, dass mehr Menschen mehr Medienkompetenz erwerben?<br />
Zu ersterer habe ich schon vor einiger Zeit gebloggt („<a href="/was-ist-medienkompetenz/">Was ist Medienkompetenz?</a>“) nun m&#246;chte ich mich damit besch&#228;ftigen, wie die Politik (mithin die Gesellschaft) darauf Einfluss nehmen kann. Sieht man sich die Programme unterschiedlicher Parteien an, so kommen diese kaum &#252;ber die – sagen wir es so, ziemlich konsensf&#228;hige:) – Aussage hinaus, dass man mehr Medienkompetenz br&#228;uchte und das f&#246;rdern m&#246;chte.  Aber wie?<br />
Der Hebel, den ich f&#252;r die Politik in diesem Zusammenhang sehe, ist der Lehrplan. Hierzu einige Gedanken:</p>
<h2>In den Lehrplan sollte aufgenommen werden:</h2>
<p><strong> F&#252;r das Fach Deutsch:</strong></p>
<ul>
<li>Erstellen von vernetzten Hypertexten, d.h., wie man Texte mit Links anreichert und untereinander sinnvoll verkn&#252;pft .</li>
<li>Gestalten eines Textes mit Grafiken, Bildern und Videos, d.h.: wie setzt man einen Text sinnvoll und gestaltet ein Gesamtbild bestehend aus den unterschiedlichsten Medienkomponenten. Vor einigen Jahren waren die meisten Texte, die man zu lesen bekam, kaum bebildert. Das hat sich heute massiv ge&#228;ndert, der Lehrplan muss darauf eingehen.</li>
<li>Zu den, dem journalistischem Berufsethos entsprechend, m&#246;glichst neutral gehaltenen Texten („Mach Dich nicht gemein mit einer Sache, auch nicht mit einer Guten“) treten zunehmend die eigenen Publikationen von Privatleuten und den unterschiedlichsten Interessens- und Lobbygruppen. Medienkompetenz bedeutet, fremde und eigenen Interessen zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.</li>
</ul>
<p><strong>F&#252;r das Fach Sozialkunde:</strong></p>
<ul>
<li>Besonderheiten der Computer-vermittelten Kommunikation (z.B. das Fehlen einer non-verbalen Meta-Ebene wie Mimik, Gestik und Sprachmelodie)</li>
<li>Eigene Interpretation von Medieninhalten (Sensibilisierung f&#252;r Manipulierbarkeit und Reflexion der eigenen Wahrnehmung)</li>
<li>Umgang mit unerw&#252;nschten Reaktionen in sozialen Netzwerken (on- und offline)</li>
<li>Einfluss von Massenmedien auf unsere Gesellschaft, insbesondere auf herrschende Machtstrukturen</li>
<li>Rolle des B&#252;rgers beim eigenst&#228;ndigen Ver&#246;ffentlichen von Informationen</li>
<li>Schutz der Rechte Dritter (Urheberrecht und informationelle Selbstbestimmung)</li>
</ul>
<p><strong>F&#252;r das Fach Kunst/Gestalten:</strong><br />
Aquarellmalerei und k&#252;nstlerisches Gestalten mit Naturmaterialien sind wichtig. Dar&#252;ber hinaus sollte der Lehrplan aber auch dem realen Lebensumfeld der Kinder und Jugendlichen Rechnung tragen. Diese nutzen zunehmend wie selbstverst&#228;ndlich Computer, um sich k&#252;nstlerisch auszudr&#252;cken. Sei es durch das Bearbeiten von Fotos mit entsprechender Software oder das eigene Gestalten einer Homepage oder eines Printproduktes mit Hilfe des Computers. Ein moderner Lehrplan, der die F&#246;rderung von Medienkompetenz im Blick hat, nimmt dies auf:</p>
<ul>
<li>Bildbearbeitung am Computer, also die Verfremdung von realen Fotos. Damit einher geht auch ein tieferes Verst&#228;ndnis der Manipulierbarkeit Fremder mit Hilfe von Fotos.</li>
<li>Gestaltung von Grafiken und Illustrationen am Computer zu eine bestimmten Thema</li>
<li>Anreicherung von Texten mit Illustrationen und Bildern (siehe auch Lehrplan f&#252;r das Fach Deutsch)</li>
<li>Erstellung von Videos und Animationen</li>
</ul>
<p><em>Im derzeit <a href="http://www.isb.bayern.de/isb/index.asp?MNav=0&amp;QNav=4&amp;TNav=0&amp;INav=0">g&#252;ltigen Lehrplan f&#252;r Bayern</a> findet sich nichts mit Bezug zu moderner Medienkompetenz, also: Lederhose ohne Laptop.<br />
</em></p>
<h2>Google oder Goethe, was ist heute wichtiger?</h2>
<p>Ich halte Medienkompetenz f&#252;r ein Querschnittsthema, d.h., in meinen Augen w&#228;re ein eigenst&#228;ndiges Fach „Medienkunde“ oder „Netzpolitik“ oder wie auch immer, der falsche Weg. Ich glaube, es braucht auch nicht den ganz gro&#223;en Wurf und eine vollumf&#228;ngliches Umschreiben von Lehrpl&#228;nen. Aber an der ein oder anderen Stelle sollte es Erg&#228;nzungen und Abw&#228;gungen geben: Um es provokant auszudr&#252;cken: Was ist im Jahr 2010 wichtiger: Google oder Goethe?</p>
<p>Medienkompetenzbildung h&#246;rt auch nicht mit der Schule auf. Politik muss auch denjenigen Menschen eine Bildungsangebot unterbreiten, die heute  20, 40 oder 90 Jahre alt sind. Diese gehen nicht mehr zur Schule und sind auch mit einem  modernen Curriculum nicht mehr zu erreichen. Hierf&#252;r muss der Staat Mittel bereit stellen und z.B. entsprechende Kurse, die sich an den oben beschriebenen Lehrplaninhalten orientieren, finanziell f&#246;rdern. Tr&#228;ger solcher Kurse k&#246;nnten die Volkshochschulen sein, deren staatlich gef&#246;rderten Kurse g&#252;nstiger angeboten werden k&#246;nnen.</p>
<p>Es liegt im Interesse des Gesellschaft, mithin des Staates, dass m&#246;glichst viele Menschen an diese Gesellschaft aktiv teilhaben. Moderne Kommunikation mit Hilfe des Internets ist ein Weg, b&#252;rgerschaftliches Engagement auszu&#252;ben. Diese Teilhabe zu f&#246;rdern ist die Pflicht des Staates.</p>
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		<title>Was ist &#8220;Medienkompetenz?</title>
		<link>http://webevangelisten.de/was-ist-medienkompetenz/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 18:09:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
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		<description><![CDATA[Allenthalben wird Medienkompetenz gefordert, wenn es darum geht, welche Antwort unsere Gesellschaft auf das Mitmach-Web, das Social Web bereithalten muss. Allein, was versteckt sich hinter dem Begriff &#8220;Medienkompetenz&#8221;? Dieter Baacke definierte in den 1990er Jahren vier  Dimensionen der Medeinkompetenz: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung. Sie sind grunds&#228;tzlich auch auf das Mitmach-Web (Web 2.0) anwendbar. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Allenthalben wird Medienkompetenz gefordert, wenn es darum geht, welche Antwort unsere Gesellschaft auf das Mitmach-Web, das Social Web bereithalten muss. Allein, was versteckt sich hinter dem Begriff &#8220;Medienkompetenz&#8221;? <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Baacke">Dieter Baacke</a> definierte in den 1990er Jahren vier  Dimensionen der Medeinkompetenz: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung. Sie sind grunds&#228;tzlich auch auf das Mitmach-Web (Web 2.0) anwendbar. Es erscheint es mir dennoch geboten, Baackes theoretische Definition in die Social Media-Welt zu &#252;bertagen. <strong>Ein Versuch:</strong></p>
<div style="float:left"><img class="alignleft size-full wp-image-1861" title="baby_computer" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/02/baby_computer.jpg" alt="baby_computer" /><br />
Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/inferis/266391219/">FlickR-User inferis</a></div>
<h2 style="padding-top:25px">Mediennutzung / Medienkunde</h2>
<p>Neben die bekannten Massenmedien wie Zeitungen, Fernsehen und Radio sind die sog. Sozialen Medien wie Facebook, Blogs und Foren getreten. Social Media unterscheiden sich im Konkreten f&#252;r den Einzelnen auf den ersten Blick <strong>nicht</strong> von Massenmedien, obwohl sie einen deutlich anderen Zweck erf&#252;llen: W&#228;hrend Spiegel, S&#252;ddeutsche und Co. in erster Linie zur Information und Massenunterhaltung da sind, dienen Soziale Medien vor allem dem Beziehungsaufbau untereinander (vgl. auch Schulz von Thun: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell">Vier Seiten einer Nachricht</a>).<br />
Diesen Unterschied in der Mediennutzung gilt es, im Alltag zu verstehen und entsprechend zu w&#252;rdigen.</p>
<h2>Medienkritik</h2>
<p>Durch die zunehmende Ent-Professionalisierung der Medienerstellung, d.h. dadurch, dass es zunehmend einfacher wird, Inhalte zu erstellen und zu verbreiten (vgl. Clay Shirky: &#8220;<a href="http://www.shirky.com/writings/broadcast_and_community.html">First publish, then filter</a>&#8220;), wird nicht nur die F&#228;higkeit immer wichtiger, Relevantes vom Unwichtigem zu unterscheiden, wie es der Herausgeber der F.A.Z., <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/509/494841/text/">Frank Schirrmacher in seinem Buch <em>Payback</em></a><em> </em>fordert. Es wird auch wichtiger, bei jedem Text (oder sonstigem Medieninhalt), die Motive des Autors oder der Autorin zu hinterfragen. Warum trifft jemand diese Aussage und keine andere? Was k&#246;nnte ihn oder sie dazu bewogen haben, seine oder ihre Meinung derart darzustellen? Zwar ist es auch bei professionellen Massenmedien wichtig, die Interessen des Autors bzw. des Verlages zu hinterfragen. Bei Blogs, Foren und Facebook stehen aber die pers&#246;nlichen Meinungen der Betreiber unter Umst&#228;nden mehr im Mittelpunkt. Nur nicht immer ganz so deutlich.<br />
Dies gilt es, sich st&#228;ndig im Social Web zu vergegenw&#228;rtigen.</p>
<h2>Mediengestaltung</h2>
<p>Es muss nicht jeder einen Podcast aufnehmen k&#246;nnen. Und seit es kleine Videokameras f&#252;r die Westentasche gibt (mit immer noch so technischen klingenden Namen wie <a href="http://www.netzwelt.de/news/80643-kodak-zi8-test-videokamera-hosentasche.html">Zi8</a>) braucht man auch <a href="http://medialdigital.de/category/rgmp-multimedia-tutorial/">kein Wochenendseminar</a> mehr, um ein Filmchen zu drehen, zu schneiden und auf <a href="http://www.youtube.com/watch?v=L_Ui_QGBwRU">YouTube</a> hochzuladen. W&#228;hrend von technikfernen P&#228;dagogen Schulungen und Lehrg&#228;nge zum richtigen Umgang mit Tastatur und Maus gefordert werden, sollte Mediengestaltung als Element von Medienkompetenz mehr verstanden werden als Denkschule, wie Inhalte inhaltlich aufbereitet werden: Wie erz&#228;hlt man eine Geschichte? Wie nimmt man ggf. einen neutralen Blickwinkel ein? Wie l&#228;sst man gegenteilige Meinungen zu Wort kommen? Das sind Elemente, die man aus der Journalistenausbildung &#252;bernehmen k&#246;nnte.</p>
<p><strong>Was ist Ihre Meinung? Was geh&#246;rt f&#252;r Sie zu Medienkompetenz dazu? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.</strong></p>
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