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	<title>Webevangelisten &#187; Betrachtungen</title>
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	<description>Evidenzbasierende Social Media Beratung</description>
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		<title>Wenn Linke Linke verlinken – Vortrag auf der re:publica</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 11:09:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Diskussion um Privatsph&#228;re ist &#228;lter als das Internet: Tun Sie erst gar keine Dinge, die keiner wissen sollte! Aber was ist, wenn man eigentlich gar nichts tut, aber dennoch viel &#252;ber sich verr&#228;t? Allein aus dem Kontakte-Netzwerk bei Twitter, Facebook und Co. kann man sehr viel &#252;ber einen Menschen erfahren: Welcher Partei die Person [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Diskussion um Privatsph&#228;re ist &#228;lter als das Internet: Tun Sie erst gar keine Dinge, die keiner wissen sollte! Aber was ist, wenn man eigentlich gar nichts tut, aber dennoch viel &#252;ber sich verr&#228;t? Allein aus dem Kontakte-Netzwerk bei Twitter, Facebook und Co. kann man sehr viel &#252;ber einen Menschen erfahren: Welcher Partei die Person wahrscheinlich nahe steht, was sie vom „Schottern” h&#228;lt oder ob sie eventuell gegen die M&#252;nchner Sicherheitskonferenz demonstrieren wird. In unseren Verbindungen auf sozialen Netzwerken kann man lesen wie in einer Landkarte. Wie das geht und welche Folgen das haben kann, dar&#252;ber spricht Thomas Pfeiffer von den Webevangelisten.</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="530" height="328" src="http://www.youtube.com/embed/BLaZl9ve0z4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Wenn Sie nichts zu verbergen haben, haben Sie auch nichts zu bef&#252;rchten. Mit Sicherheit!</p>
<h2>Shownotes</h2>
<ul>
<li><a href="/kleine-twitterwelt/">Kleine Twitterwelt</a></li>
<li><a href="/freunde-zeigen-wen-du-waehlst/">Zeig mir Deine Freunde und ich sage Dir, wen Du w&#228;hlst</a></li>
<li><a href="http://www.twittwoch.de/dumm-3-0-robert-basic-vs-markus-reiter/">Dumm 3.0? – Streitgespr&#228;ch zwischen Robert Basic und Markus Reiter</a></li>
<li><a href="/die-staerke-schwacher-bindungen/">Die St&#228;rke schwacher Bindungen</a></li>
<li><a href="http://www.amazon.de/Republic-com-2-0-Cass-R-Sunstein/dp/0691133565/">Repulic 2.0 von Cass Sunstein</a></li>
</ul>
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		<title>Best of 2010 &#8211; meine pers&#246;nlichen Bloghighlights des vergangenen Jahres</title>
		<link>http://webevangelisten.de/best-of-2010/</link>
		<comments>http://webevangelisten.de/best-of-2010/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 Dec 2010 17:23:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
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		<description><![CDATA[Schnell dreht sie sich, unsere kleine Bloggerwelt. T&#228;glich werden in Deutschland Hunderttausende Tweets geschrieben und Abertausende Blogpostings verfasst. Nur wenige haben das Zeug, auch am Ende des Jahres noch im Ged&#228;chtnis zu bleiben.
Hier meine ganz pers&#246;nliche Auswahl von be-merken-swerten Blogbeitr&#228;gen aus dem zu Ende gehenden Jahr. Ein Hinweis: Diese Liste ist vollst&#228;ndig, vollumf&#228;nglich und ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schnell dreht sie sich, unsere kleine Bloggerwelt. T&#228;glich werden in Deutschland Hunderttausende Tweets geschrieben und Abertausende Blogpostings verfasst. Nur wenige haben das Zeug, auch am Ende des Jahres noch im Ged&#228;chtnis zu bleiben.</p>
<p>Hier meine ganz pers&#246;nliche Auswahl von be-merken-swerten Blogbeitr&#228;gen aus dem zu Ende gehenden Jahr. <em>Ein</em> <em>Hinweis: </em>Diese Liste ist vollst&#228;ndig, vollumf&#228;nglich und ich erhebe damit vollsten Anspruch auf Allgemeing&#252;ltigkeit. Der entsprechende Antrag bei der <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/scharfes_mediengesetz_fuer_ungarn_1.8789269.html">ungarischen Medienbeh&#246;rde NMHH</a> l&#228;uft bereits.<br />
<br/><br/><br/><em>Einer, der wie ich finde, st&#228;rksten Blogbeitr&#228;ge 2010 stammt vom allseits bekannten Sascha Lobo. Er ist ja nicht gerade f&#252;r Zur&#252;ckhaltung und seine leisen T&#246;ne bekannt. Um so mehr hat er mich mit seinem Beitrag am 25. Juli zu Katastrophe bei der Loveparade &#252;berrascht. Er traf f&#252;r mich den Ton und schrieb das einzig Richtige, das man zu diesem Zeitpunkt schreiben konnte. Eigentlich nichts, aber das &#252;ber 18 Zeilen lang:</em></p>
<h3><img class="alignleft size-full wp-image-2808" style="margin: 2px 10px 8px 0px;" title="saschalobo" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/12/saschalobo.png" alt="" width="48" height="48" />Zur Loveparade in Duisburg</h3>
<p>Ich habe nicht die geringste Ahnung, was im Detail wo und wie passiert ist. Ich sitze 500 Kilometer entfernt auf einem sehr weichen Stuhl und kann im Moment exakt nichts zu irgendetwas beitragen. Ich bin weder Augenzeuge noch Angeh&#246;riger noch potenziell Angeh&#246;riger oder irgendwie sonst pers&#246;nlich involviert. Ich bin kein Experte &#8230; <a href="http://saschalobo.com/2010/07/25/zur-loveparade-in-duisburg/">weiterlesen</a><br />
<br/><br/><br/><em>Stefan Aigner aus Regensburg ist Blogger, oder Journalist. So genau wei&#223; er das selber nicht. Er berichtet aus der Lokalpolitik und nennt die Dinge gerne beim Namen. Die sog. »intelligenten Wirksysteme« des N&#252;rnberger R&#252;stungskonzerns Diehlt nannte er »Streubomben« und eine Geldzahlung der Di&#246;zese Regensburg an eine Familie, die Opfer von sexuellem Missbrauch durch einen Geistlichen wurde, nannte er »Schweigegeld«. F&#252;r beides wurde er vor Gericht gezehrt. Aber der kleine bayerische Asterix l&#228;sst sich nicht den Mund verbieten. &#220;ber 10.000 € hat er f&#252;r den notwendigen Gang vor Gericht gesammelt:</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2809" style="margin: 2px 10px 8px 0px;" title="stefanaigner" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/12/stefanaigner.jpg" alt="" width="48" height="48" /></p>
<h3>Einstweilige Verf&#252;gung gegen Meinungs&#228;u&#223;erung</h3>
<p>Nicht nur kritische Berichterstattung, auch freie Meinungs&#228;u&#223;erung ist der katholischen Kirche ein Dorn im Auge. Um sie zu unterbinden, scheut man weder Kosten noch M&#252;hen. Die Di&#246;zese Regensburg hat durch ihre M&#252;nchner Anwaltskanzlei Romatka &amp; Collegen eine umfassende Einstweilige Verf&#252;gung gegen unsere Redaktion erwirkt&#8230; <a href="http://www.regensburg-digital.de/einstweilige-verfugung-gegen-meinungsauserung/20042010/">weiterlesen</a><br />
<br/><br/><br/><em>Es gibt wenige Momente im Leben eines Menschen, bei denen man auch Jahre sp&#228;ter noch wei&#223;, wo man war, als man davon h&#246;rte. 9/11 ist so ein Beispiel oder der Fall der Berliner Mauer. Ganz so weltbewegend ist der folgende Post nicht, aber ich kann mich dennoch gut daran erinnern, wo ich am 20. Januar war, als ich diesen Beitrag las. Ich hatte zuvor noch nie vom Carta geh&#246;rt, aber ich war hin und weg von der scharfen Analyse und der sehr ausf&#252;hrlichen Beschreibung eines Problems, das ich vorher zwar sah, aber lange nicht so klar beschreiben h&#228;tte k&#246;nnen. (Ach ja: ich war beim Skifahren am Spitzingsee und wollte mich vom anstrengenden Aufstieg nur ein wenig in der Sonne ausruhen und kurz die Gedanken abschweifen lassen &#8230;) Christoph Kappes schreibt auf Carta:</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2812" style="margin: 2px 10px 8px 0px;" title="carta" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/12/carta.png" alt="" width="48" height="48" /><img class="alignleft size-full wp-image-2806" style="margin: 2px 10px 8px 0px;" title="christophkappes" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/12/christophkappes.jpg" alt="" width="48" height="48" /></p>
<h3>Google-Bashing: Zur politischen &#214;konomie einer Suchmaschine</h3>
<p>Google gilt vielen derzeit als Inbegriff des Bedrohlichen. Angebracht w&#228;re es dagegen, Google als rational handelndes Wirtschaftsunternehmen zu begreifen. Erst dann lie&#223;en sich unbegr&#252;ndete &#196;ngste von tats&#228;chlichen Gefahren unterscheiden&#8230; <a href="http://carta.info/21775/google-bashing/">weiterlesen</a><br />
<br/><br/><br/><em>Der Mann redet so schnell, dass er in der Vergangenheit denkt (Robert Basic &#252;ber Robert Basic). Und er nimmt kein Blatt vor den Mund. Erst ein paar Monate zuvor hatte ich lernen m&#252;ssen, was ein <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Rant">Rant</a> ist und mich sehr dar&#252;ber aufgeregt, wie man sich gegenseitig manchmal versucht, niederzumachen. Um so mehr hat mich der Beitrag von Robert Basic pers&#246;nlich ber&#252;hrt und es hat mich gefreut, dass er den Spagat schafft, deutliche und deutlichste Worte zu finden, dabei aber nicht pers&#246;nlich beleidigend wird. Hut ab vor dieser Leistung: </em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2807" style="margin: 2px 10px 8px 0px;" title="robertbasic" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/12/robertbasic.jpg" alt="" width="48" height="48" /></p>
<h3>Warum manche nicht einmal einen Blog-Buchstaben wert sind</h3>
<p>Ich kann es nicht mehr z&#228;hlen. Nicht mehr z&#228;hlen, die vielen Gespr&#228;chen mit befreundeten Bloggern, die gefrustet sind. Das l&#228;&#223;t sich genauso auf Gespr&#228;che mit denen &#252;bertragen, die irgendwo im Netz auf Foren, in Social Networks oder aber auf Twitter unterwegs sind. Gestern erst habe ich erneut so ein Gespr&#228;ch mit jemanden gef&#252;hrt, der wegen Nichts heruntergeputzt wurde&#8230; <a href="http://www.robertbasic.de/2010/02/wenn-das-social-web-asozial-wird/">weiterlesen</a><br />
<br/><br/><br/><em>Er schreibt in unregelm&#228;&#223;igen Abst&#228;nden, ist kein selbstst&#228;ndiger Berater und auch sonst habe ich nicht den Eindruck, als wolle sich Christian B&#246;lling mit seinen Blogbeitr&#228;gen profilieren. Er schreibt, was ihn (beruflich) bewegt und meist dann, wenn er anderer Meinung ist als der sog. Mainstream. Nicht in missionarischem Eifer, sondern wohl auch, weil er sich auf dem Weg der eigenen Meinungsfindung mit Anderen austauschen m&#246;chte und f&#252;r sich selber Klarheit sucht. Er ist erfrischend anders, und f&#252;r mich deshalb einer der Prototypen eines Bloggers: </em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2805" style="margin: 2px 10px 8px 0px;" title="christianboelling" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/12/christianboelling.jpg" alt="" width="48" height="48" /></p>
<h3>Wir sitzen auf einem ganz sch&#246;n hohen Ross</h3>
<p>Es ist erstaunlich, wie sie gerade abl&#228;uft, diese Diskussion &#252;ber Google Streetview. Mal abgesehen davon, dass es nat&#252;rlich viel wichtigeres gibt als dass ein Unternehmen sein Produkt auf den Markt bringen kann. Was ich krasser finde: Wir, die Social Media &#8220;Experten&#8221;, sitzen auf einem ganz sch&#246;n hohen Ross. Und lachen oder fluchen &#252;ber jeden, der ein schlechtes Gef&#252;hl bei einem Produkt hat, das selbst bei uns keineswegs unumstritten ist&#8230; <a href="http://www.amendedestages.com/2010/08/wir-sitzen-auf-einem-ganz-schon-hohen.html">weiterlesen</a><br />
<br/><br/><br/><br />
Wie oben in der Einleitung geschrieben:<br />
<a href="http://helmutschmidt.me/?v=Y3">Hab nichts hinzuzuf&#252;gen. Oder etwa doch?</a></p>
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		<item>
		<title>Trending topics at the speed of Julian Assange</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Dec 2010 11:31:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
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		<category><![CDATA[Assange]]></category>
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		<description><![CDATA[Warum die Begriffe »Wikileaks« oder Julian »Assange« auf Twitter nicht trenden, dar&#252;ber habe ich heute morgen schon geschrieben. Hier nun der stets aktuelle Auszug aus meinen Logsifles: Alle zwanzig Minuten werden die aktuellen trending topics von Twitter neu berechnet und ver&#246;ffentlicht. Angezeigt werden hier hinter jedem der Top 10-Begriffe auch die Begriffe »Wikileaks« und »Assange« [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum die Begriffe »Wikileaks« oder Julian »Assange« auf Twitter nicht trenden, dar&#252;ber habe ich heute morgen schon geschrieben. Hier nun der stets aktuelle Auszug aus meinen Logsifles: Alle zwanzig Minuten werden die aktuellen <em>trending topics</em> von Twitter neu berechnet und ver&#246;ffentlicht. Angezeigt werden hier hinter jedem der Top 10-Begriffe auch die Begriffe »Wikileaks« und »Assange« und das jeweilige Alter des 1.500sten Tweets zum Zeitpunkt der Erfassung. Mehr zu diesem Thema in meinem Beitrag: <a href="/wikileaks-twitter-trending-topic/">Warum »Wikileaks« auf Twitter nicht trending topic ist, vielleicht</a>.<br />
Anmerkung: Heute am 7. Dezember tauchten gegen 11 Uhr die ersten Meldungen auf, Julian Assange sei verhaftet worden.</p>
<h2>Das jeweilige Alter des 1.500sten Tweets zum Zeitpunkt der Erfassung</h2>
<p>Je k&#252;rzer die Zeitspanne ist, in der 1.500 Tweets zu einem Thema „durchrauschen”, desto hei&#223;er wird das Thema diskutiert. Eine ausf&#252;hrlichere Betrachtung des trending-topic-Algorithmus lesen Sie in meinem Beitrag <a href="/wikileaks-twitter-trending-topic/">Warum »Wikileaks« auf Twitter nicht trending topic ist, vielleicht</a>.</p>
<p><em>Die Begriffe »Julian Assange« und »Wikileaks« werden im Moment nicht mehr regelm&#228;&#223;ig von mir &#252;berwacht.</em></p>
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		<title>Ausl&#228;nderfeindlichkeit im situativen Kontext &#8211; ein Gedankenexperiment</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 07:16:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Ausländer]]></category>
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		<category><![CDATA[Integration]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 8. Oktober 2010 gewann die deutsche Fu&#223;ball-Nationalmannschaft ein EM-Qualifikationsspiel gegen die T&#252;rkei 3:0. Ein Tor schoss Mezut &#214;zil, Deutscher mit t&#252;rkischem Migrationshintergrund. Sein Spiel wurde 90 Minuten lang von den Berliner Fans ausgepfiffen, haupts&#228;chlich von Anh&#228;ngern der t&#252;rkischen Mannschaft. Denen wurde daraufhin mangelnde Integrationsbereitschaft nachgesagt. Mir reicht solch ein Pfeifkonzert allerdings als Beleg f&#252;r eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 8. Oktober 2010 gewann die deutsche Fu&#223;ball-Nationalmannschaft ein EM-Qualifikationsspiel gegen die T&#252;rkei 3:0. Ein Tor schoss Mezut &#214;zil, Deutscher mit t&#252;rkischem Migrationshintergrund. Sein Spiel wurde 90 Minuten lang von den Berliner Fans ausgepfiffen, haupts&#228;chlich von Anh&#228;ngern der t&#252;rkischen Mannschaft. Denen wurde daraufhin mangelnde Integrationsbereitschaft nachgesagt. Mir reicht solch ein Pfeifkonzert allerdings als Beleg f&#252;r eine sog. „Integrationsverweigerung” (welch dummer Begriff!) nicht aus.</p>
<h2>Ein Gedankenexperiment:</h2>
<p>Nehmen wir an, jeder Mensch hat einen gewissen Punkt, an dem er (oder sie) in ein Pfeifkonzert einstimmt. Nehmen wir weiterhin an, diesen Punkt kann man auf einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ordinalskala">ordinalskalierten Skala</a> zwischen &#8211; sagen wir &#8211; eins und 100 bestimmen. Null bedeutet hierbei, die Person pfeift immer vor sich hin und 100 hei&#223;t: da pfeift niemals jemand. Die angreisten Fan-Trommler liegen vielleicht bei zehn, Angela Merkel in der VIP-Lounge bei 95.</p>
<p>Wenn das Erregungspotenzial einer Person &#252;ber den individuellen Schwellenwert ansteigt, beginnt die Person mit dem Pfeifen. Dieses individuelle Erregungspotenzial ist abh&#228;ngig von einer Reihe von Faktoren:</p>
<ul>
<li>kann man pfeifen und tut man das grunds&#228;tzlich gerne</li>
<li>ist man angetrunken</li>
<li>mag man Mezut &#214;zil als Mensch oder zumindest als Fussballspieler</li>
<li>ist man gut gelaunt oder nicht</li>
<li>verstehet man Pfeifen als Ausdruck der Freude</li>
<li>hat Mezut &#214;zil ein Foul begangen oder spielt er an diesem Tag nicht so, wie man sich das w&#252;nscht</li>
<li>pfeifen die Anderen um einen herum</li>
<li>und vieles andere mehr</li>
</ul>
<p>Interessant ist der vorletze Punkt: „Pfeifen die Anderen um einen herum”: Je mehr pfeifen, desto eher wird man einstimmen, unabh&#228;ngig von den anderen oben aufgez&#228;hlten intrapersonellen Faktoren wie Integrationsbereitschaft, Identifikation mit Deutschland, dem eigenen Alkoholspiegel und ob man pfeifen kann oder nicht.</p>
<p>Nehmen wir an, der Schwellenwert, mit dem Pfeifen zu beginnen, ist in der Gruppe unterschiedlich verteilt, vielleicht <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung">normalverteilt</a>, mit wenigen Personen an den R&#228;ndern (mit den Werten null bis 20 und 80 bis 100) und vielen in der Mitte um die 50. Auch eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Power_law">Power Law-Verteilung</a> ist denkbar, ist aber letztlich f&#252;r dieses Gedankenexperiment nicht entscheidend.</p>
<h2>Fall A:</h2>
<p>Im Stadion stehen also vielleicht gar nicht so viele Rassisten herum (das nehme ich f&#252;r das Experiment zun&#228;chst an), sondern nur Wenige haben die Bereitschaft zu pfeifen (deren Schwelle liegt sehr niedrig). Die pfeifen vor sich hin und erh&#246;hen damit das Erregungspotenzial der Anderen im Stadion. Ein sich selbst verst&#228;rkender Kreislauf („Teufelskreis”) beginnt, es pfeifen immer mehr und es kommt nach kurzer Zeit zu einem Pfeifkonzert.</p>
<h2>Fall B:</h2>
<p>Im Stadion sind die fast gleichen Leute und schauen Fu&#223;ball. Nur einige mit besonders geringem Schwellenwert fehlen. Was passiert? Kein Pfeifkonzert, niemand nimmt die Finger in den Mund und tr&#228;llert eine Melodie, weil keiner mit seinem individuellen Erregungspotenzial &#252;ber seinen eigenen Schwellenwert kommt.</p>
<h2>Conclusio</h2>
<p>Spannend ist der Unterschied zwischen beiden F&#228;llen. Der Gro&#223;teil der Personen ist gleich geblieben, ihre individuellen Wertvorstellungen, ihre Charaktere, ihre Eigenschaften, kurz: alles an diesen Personen ist in beiden F&#228;llen gleich. Nur im Fall A wird von einer mob-artigen Masse gesprochen, die ein Pfeifkonzert veranstaltet, in Fall B passiert nichts, obwohl der Gro&#223;teil der Menschen diesselben sind.</p>
<p>Ich wei&#223; nicht, welche Menschen am 8. Oktober im Berliner Olympiastadion gepfiffen haben, aber nur aufgrund der Tatsache, dass ein Pfeifkonzert stattgefunden hat, kann man recht wenig &#252;ber deren Motive sagen.</p>
<p><em>Ich denke, wir &#252;bersch&#228;tzen zu oft die Charaktereigenschaften von Menschen bei der Erkl&#228;rung ihres Verhaltens und wir untersch&#228;tzen systematisch auf der anderen Seite situative Einfl&#252;sse, die Menschen zu einem bestimmten Verhalten veranlassen.</em></p>
<p><em>(Ich entlehne dieses Gedankenexperiment aus Malcom Gladwells Buch »<a href="http://www.amazon.de/Tipping-Point-kleine-Gro%C3%9Fes-bewirken/dp/3442127807">Tipping Point</a></em><em>«)</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Google Instant &#8211; oder: wer zuerst kommt, mahlt zu erst</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 19:10:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[SEM]]></category>
		<category><![CDATA[SEO]]></category>
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		<description><![CDATA[Google hat vor wenigen Stunden Google Instant ver&#246;ffentlicht. Dabei werden w&#228;hrend des Tippens bereits Suchergebnisse angezeigt und m&#246;gliche Suchbegriffe vorgeschlagen. Man sucht und findet also auch ohne, dass man die Returntaste dr&#252;ckt.
Spannend dabei: wenn man z.B. nach „Vierventiler” sucht, und beim ersten Buchstaben <em>VW</em> angezeigt wird. Auch wenn es nur f&#252;r den Bruchteil einer Sekunde eingeblendet wird, das Unterbewusstsein k&#246;nnte das mitbekommen...]]></description>
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<p>Google hat vor wenigen Stunden <a href="http://www.google.com/instant/">Google Instant</a> ver&#246;ffentlicht. Dabei werden w&#228;hrend des Tippens bereits Suchergebnisse angezeigt und m&#246;gliche Suchbegriffe vorgeschlagen. Man sucht und findet also auch ohne, dass man die Returntaste dr&#252;ckt.<br />
Spannend dabei: wenn man z.B. nach „Vierventiler” sucht, und beim ersten Buchstaben <em>VW</em> angezeigt wird. Auch wenn es nur f&#252;r den Bruchteil einer Sekunde eingeblendet wird, das Unterbewusstsein k&#246;nnte das mitbekommen&#8230;<br />
Bis auf wenige Ausnahmen wie <em>Wetter</em> oder <em>&#220;bersetzer</em> scheinen die Deutschen viel nach Marken und vor allem nach Internet-Marken zu suchen. Denn je h&#228;ufiger nach einem Begriff gesucht wird, desto weiter r&#252;ckt er in der Vorschlagsliste der Begriffe nach oben</p>
<h2>Hier die derzeitigen Top-Ergebnisse pro Buchstabe auf Google Instant</h2>
<div class="k">
<div class="bild"><img class="b" src="/wp-content/uploads/googleinstant/amazon.jpg"/></div>
<div class="text"><span class="alphabet">A</span> wie <a href="http://www.google.de/search?q=a">Amazon</a></div>
</div>
<div class="k">
<div class="bild"><img class="b" src="/wp-content/uploads/googleinstant/aegypten.jpg"/></div>
<div class="text"><span class="alphabet">&#196;</span> wie <a href="http://www.google.de/search?q=&#228;">&#196;gypten</a></div>
</div>
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<div class="text"><span class="alphabet">B</span> wie <a href="http://www.google.de/search?q=b">Bild</a></div>
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<div class="text"><span class="alphabet">K</span> wie <a href="http://www.google.de/search?q=k">Kinoto</a></div>
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<div class="text"><span class="alphabet">M</span> wie <a href="http://www.google.de/search?q=m">Meinvz</a></div>
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<div class="text"><span class="alphabet">N</span> wie <a href="http://www.google.de/search?q=n">Netto</a></div>
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<div class="text"><span class="alphabet">O</span> wie <a href="http://www.google.de/search?q=o">Otto</a></div>
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<div class="text"><span class="alphabet">&#214;</span> wie <a href="http://www.google.de/search?q=&#246;">&#214;rtliches</a></div>
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<div class="text"><span class="alphabet">P</span> wie <a href="http://www.google.de/search?q=p">Postbank</a></div>
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<div class="text"><span class="alphabet">Q</span> wie <a href="http://www.google.de/search?q=q">Qvc</a></div>
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<div class="text"><span class="alphabet">T</span> wie <a href="http://www.google.de/search?q=t">Telefonbuch</a></div>
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		<title>Relevanzrelevanz</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 10:24:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>
		<category><![CDATA[Zensus]]></category>
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		<description><![CDATA[»Relevant sind Themen, nicht Menschen.«
Zahlen mag jeder. Wenn auch nur als Nomen, nicht als Verb.Wer hat mehr Follower, wer wird h&#228;ufiger geretweetet, kurz: wer ist relevant und wer hat den l&#228;ngsten ePenis. Gegen Rankings ist nichts einzuwenden, solange man bedenkt, dass es Rankings sind, und eben nicht mehr.
Sie sagen vor allem nichts &#252;ber „Relevanz” aus. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>»Relevant sind Themen, nicht Menschen.«</em></p>
<p>Zahlen mag jeder. Wenn auch nur als Nomen, nicht als Verb.Wer hat mehr Follower, wer wird h&#228;ufiger geretweetet, kurz: wer ist relevant und wer hat den l&#228;ngsten <a href="http://epenis.nl">ePenis</a>. Gegen Rankings ist nichts einzuwenden, solange man bedenkt, dass es Rankings sind, und eben nicht mehr.</p>
<p>Sie sagen vor allem nichts &#252;ber „Relevanz” aus. Warum? Das liegt daran, dass man „Relevanz” nicht pauschal definieren kann. Was f&#252;r den einen relevant ist, ist f&#252;r den n&#228;chsten v&#246;llig belanglos. Wer schon einmal mit einem 14-j&#228;hrigen G&#246;r &#252;ber die Relevanz von warmer Unterw&#228;sche gestritten hat, wei&#223; davon ein Lied zu singen&#8230;</p>
<h2>Relevanz braucht immer einen Bezugspunkt</h2>
<div id="attachment_2362" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><img class="size-full wp-image-2362 " title="Gebt mir einen festen Punkt" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/08/festerpunkt.jpg" alt="" width="320" height="210" /><p class="wp-caption-text">Gebt mir einen festen Punkt, und ich hebe Euch die Welt aus den Angeln, soll Archimedes gesagt haben. Allein: Ohne festen Bezugspunkt geht&#39;s halt nicht.</p></div>
<p>Ebenso ist es im Social Web. Hier propagieren manche das Prinzip der „Influencer” (wahrscheinlich benutzt man das englische Wort, weil es in der deutschen &#220;bersetzung gar so l&#228;cherlich klingen w&#252;rde). Ein sog. „Influencer” ist also jemand, der andere beeinflusst, oder eben auch nicht. Es ist ja schon fast &#8211; man m&#246;chte sagen „Gott sei Dank” &#8211; eine Binsenweisheit, dass die Anzahl der Follower auf Twitter wenig &#252;ber die Relevanz eines Twitterers aussagt. Gleichwohl, das darf man nicht vergessen, hat ein <a href="http://twitter.com/saschalobo">@saschalobo</a> nun mal eine gr&#246;&#223;ere <strong>Reichweite</strong> hat als ein <a href="http://twitter.com/rkoppwichmann">@rkoppwichmann</a>. Aber ist er deswegen „relevanter“, der Blogger aus Berlin? Man muss auch fragen, relevant<strong> f&#252;r wen und wof&#252;r</strong>.<br />
M&#246;chte man etwas &#252;ber die Blogosph&#228;re im Allgemeinen und die Social Media Clique in Besonderen erfahren, ist Sascha Lobo sicherlich eine gute Anlaufstelle (eine von vielen). Beim Thema Coaching mag das schon ganz anders aussehen. Aber selbst im engen Thema Social Media kommt man ganz gut zurecht, wenn man <a href="http://twitter.com/sixtus">@sixtus</a>, <a href="http://twitter.com/saschalobo">@saschalobo</a> und <a href="http://twitter.com/basicthinking.de">@basicthinking</a> nicht folgt (was ich hier nicht empfehlen m&#246;chte :) , nicht alles, was &#252;ber diese Account getwittert wird, ist relevant.</p>
<h2>Relevant sind Themen, nicht Personen</h2>
<p>Ja, es gibt qua Amt wichtige Menschen in diesem Land. Ilse Aigner zum Beispiel, auch wenn man sie nicht mag. Auch Guido Westerwelle oder Horst Seehofer sind qua Amt relevant. Aber wie sieht es mit Heribert Prantl aus oder mit Frank Schirrmacher? Sind diese Menschen relevant f&#252;r mich? Ich komme ganz gut durchs Leben, ohne auch nur einen Satz von oder &#252;ber beide gelesen zu haben.</p>
<p>Wichtig sind vor allem, und das gilt f&#252;r soziale Medien nicht minder, Themen, und nicht K&#246;pfe. Der Twitter-Account <a href="http://twitter.com/toptweets_de">@toptweets_de</a> macht das sch&#246;n vor. Hier werden nicht als „relevant“ klassifizierte <em>Personen</em> zitiert, sondern <em>Tweets</em>, und zwar ggf. von jedermann: aber nur solche, die h&#228;ufiger geretweetet wurden, als man dass aufgrund der Followerzahlen erwarten w&#252;rde. Viele Menschen folgen Mario Sixtus, aber wenn ein <a href="http://twitter.com/praetorius">@praetorius</a> einen spannenden Link twittert, der h&#228;ufig zitiert oder angeklickt wird, bekommt dieser eine Tweet Relevanz f&#252;r relativ viele Menschen. Und dann kommt dieser eine Tweet, dieses eine Thema, in die „Twitter-Schlagzeilen“.</p>
<p>Im Gedenken an die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Themenzentrierte_Interaktion">Themenzentrierte Interaktion</a> m&#246;chte ich das als <strong>themeninduzierte Relevanz</strong> bezeichnen. :)</p>
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		<title>Social Media Neusprech &#8211; Warum es keinen „Gef&#228;llt mir nicht“-Button braucht</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 13:51:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<description><![CDATA[In George Orwells Roman „1984“ hei&#223;en die Steigerung von „gut“ plusgut und doppelplusgut, das Gegenteil hingegen ungut bzw. doppelplusungut. Mit dieser neuen, k&#252;nstlichen Sprache, genannt Neusprech, versuchen die Machthaber, die Bev&#246;lkerung in ihrem Sinne zu manipulieren und Widerstand im Wortsinne un-denk-bar zu machen. Dieses an die stalinistischen S&#228;uberungen Mitte des letzten Jahrhunderts erinnernde Beispiel zeigt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In George Orwells Roman „1984“ hei&#223;en die Steigerung von „gut“ <em>plusgut</em> und <em>doppelplusgut</em>, das Gegenteil hingegen <em>ungut</em> bzw. <em>doppelplusungut</em>. Mit dieser neuen, k&#252;nstlichen Sprache, genannt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neusprech">Neusprech</a>, versuchen die Machthaber, die Bev&#246;lkerung in ihrem Sinne zu manipulieren und Widerstand im Wortsinne un-denk-bar zu machen. Dieses an die stalinistischen S&#228;uberungen Mitte des letzten Jahrhunderts erinnernde Beispiel zeigt, wie wichtig Sprache als Grundlage unseres Denkens ist: Worte symbolisieren Begriffe und ihre Bedeutungswelten.</p>
<p>Facebook nennt Kontakte <em>Freunde</em>, obwohl wir mit dem Wort Freund bisher eine ganz andere Vorstellung verbunden haben. Jemanden im Deutschen zu „befrienden“ bedeutet etwas anderes, als sich mit ihm anzufreunden, gleichwohl beide Mal das Wort <em>Freund</em> dabei heraus kommt.</p>
<h2>Neue W&#246;rter braucht das Land &#8211; aber welche?</h2>
<p>Das Mitmach-Web mit seinen sozialen Netzwerken verlangt nach neuen W&#246;rtern und Begriffen, die erst noch ausgehandelt werden m&#252;ssen. Sascha Lobo hatte das Problem, dass er 5.000 Freunde (aka Kontakte) auf Facebook hatte und sein Profil in eine Fanpage umwandeln musste, um mehr Kontakte zu erlauben. Damit w&#228;ren aus seinen <em>Freunden</em> auf einen Schlag <em>Fans</em> geworden, was er dadurch aufzul&#246;sen versuchte, indem er Fan als Akronym f&#252;r <a href="http://saschalobo.com/2010/02/06/die-facebook-fan-falle/">Friend auf Netzwerk</a> vorschlug&#8230;</p>
<p>Mittlerweile kann man auf Facebook nirgendwo mehr <em>Fan</em> werden, sondern nur noch den <em>Gef&#228;llt mir</em>-Button dr&#252;cken. Wird man damit zu einem <em>Gefaller</em> einer Marke?</p>
<p>Der neue <em>Gef&#228;llt mir</em>-Button ist ein schwieriger Begriff. Der Button kann auf beliebigen Seiten au&#223;erhalb von Facebook eingesetzt werden, um eine Website zu markieren. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. <a href="http://maennig.de/2010/05/kommerzielles-nichtmogen/">Jens Arne M&#228;nnig</a> weist darauf hin, dass keine Marketingchefin eines Unternehmens einen <em>Gef&#228;llt mir nicht</em>-Button auf der eigenen Unternehmenswebsite einbinden w&#252;rde und <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/05/01/opendislike-gefaellt-mir-nicht-gefaellt-mir-nicht/">Carsten Drees von Basisthinking</a> meint, bei der Aussage „Gef&#228;llt mir nicht“ sei nicht klar, ob sich das Missfallen auf den Inhalt eines Artikels beziehe oder auf einen schlechten Schreibstil oder ungen&#252;gende Recherche.</p>
<h2>„Gef&#228;llt mir“ dr&#252;ckt das Falsche aus</h2>
<p>Ich hingegen glaube, ein <em>Gef&#228;llt mir nicht</em>-Button ist aus anderen Gr&#252;nden sinnlos und wird sich nicht durchsetzen. Mit dem Klick auf <em>Gef&#228;llt mir</em> dr&#252;cke ich nicht in erster Linie aus, dass mir ein Beitrag inhaltlich oder vom Schreibstil her gef&#228;llt, sondern dass ich ihn f&#252;r <strong>bemerkenswert</strong> halte. Wenn man anstatt <em>Gef&#228;llt mir</em> auf den Buttons schriebe <strong>Halte ich f&#252;r relevant</strong> oder <strong>Schaut Euch das an</strong> wird klar, warum das Gegenteil auf solch einem Button wenig Sinn ergibt. Auf Carta hat das Christian Heller lesenswert als die <a href="http://carta.info/26755/die-ressource-ignoranz/">Ressource Ignoranz</a> umschrieben.</p>
<p>Ich versuche, mich vom Mark Zuckerbergs Neusprech des <em>Gef&#228;llt mir</em> zu l&#246;sen und benutze den Button jedenfalls als Hinweis an meine Kontakte, dass ich etwas als lesenswert oder bemerkenswert erachte. Und etwas, das man pers&#246;nlich f&#252;r langweilig oder irrelevant erachtet, muss man auch nicht extra markieren. Das gilt im Internet (<a href="http://www.shirky.com/">Clay Shirky: „First publish, then filter“</a>) mehr denn je.</p>
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		<title>So trickst man mit Statistik</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Apr 2010 15:42:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
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		<description><![CDATA[Umfragen sind eine feine Sache: Wenn man die richtigen Fragen stellt und eine repr&#228;sentative Stichprobe hat, kann man seine Finger auf den Puls der Zeit legen und wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Auch die Webevangelisten haben schon mehrere Umfragen durchgef&#252;hrt und ich (Thomas Pfeiffer) besch&#228;ftige mich intensiv mit der Gestaltung von Meinungsumfragen und sozialwissenschaftlichen Erhebungen.
Auch der &#196;rztenachrichtendienst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Umfragen sind eine feine Sache: Wenn man die richtigen Fragen stellt und eine repr&#228;sentative Stichprobe hat, kann man seine Finger auf den Puls der Zeit legen und wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Auch die Webevangelisten haben schon <a href="/twitterumfrage/">mehrere</a> <a href="/facebookumfrage-ergebnisse/">Umfragen</a> durchgef&#252;hrt und ich (<a href="http://twitter.com/codeispoetry">Thomas Pfeiffer</a>) besch&#228;ftige mich intensiv mit der Gestaltung von Meinungsumfragen und sozialwissenschaftlichen Erhebungen.<br />
Auch der <a href="http://www.facharzt.de/">&#196;rztenachrichtendienst</a> (zugangsbeschr&#228;nkt, Danke an <a href="http://maennig.de/">Jens Arne M&#228;nnig</a> f&#252;r den <a href="http://twitter.com/maennig/status/12751020360">Screenshot</a>) hat die Vorteile von Umfragen erkannt und stellt seinen Mitgliedern in einer sogenannten „Blitzumfrage<strong>“</strong> die Frage <strong> </strong></p>
<p><strong>„Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der FDP?“</strong></p>
<p>Die sechs Fragen lauten:</p>
<ol>
<li> Haben Sie bei der letzten Wahl Wahlkampf im Warte- und/oder Sprechzimmer gemacht?</li>
<li> Haben Sie dabei direkt oder indirekt die FDP unterst&#252;tzt?</li>
<li> Sind Sie mit der Arbeit der FDP in der Gesundheitspolitik bisher zufrieden?</li>
<li> Haben Sie selbst bei der letzten Bundestagswahl FDP gew&#228;hlt?</li>
<li> W&#252;rden Sie, wenn jetzt Bundestagswahl w&#228;re, FDP w&#228;hlen?</li>
<li> W&#252;rden Sie, wenn jetzt Bundestagswahl w&#228;re, Ihren Patienten empfehlen, FDP zu w&#228;hlen?</li>
</ol>
<div id="attachment_2264" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/04/rea.png"><img class="size-thumbnail wp-image-2264" title="Wie zufrieden sind Sie mit der FDP, liebe &#196;rzte?" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/04/rea-150x150.png" alt="Wie zufrieden sind Sie mit der FDP, liebe &#196;rzte?" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Wie zufrieden sind Sie mit der FDP, liebe &#196;rzte?</p></div>
<p>An den Fragen drei bis f&#252;nf ist nichts auszusetzen. Hier versucht man, ein Stimmungsbild &#252;ber eine spezielle Klientel zu gewinnen. Aber bemerkenswert sind die Fragen eins, zwei und sechs! Welches Motiv steckt hinter diesen Fragen? Erkenntnisgewinn kann es kaum sein. Was sollte sich an der Politik der FDP &#228;ndern oder am Wahlkampfmaterial, wenn man wei&#223;, wie viel Prozent der &#196;rzte Wahlkampf (f&#252;r die FDP) im Sprechzimmer machen? Will man daran die Auflage gesundheitspolitischer Prospekte orientieren? Das ist schwer vorstellbar und w&#228;re l&#228;cherlich.</p>
<p>Vielmehr dr&#228;ngt sich der Verdacht auf, dass diese scheinbar harmlosen Fragen einen f&#252;r den Umfrageersteller wichtigen Appell enthalten: „Wie w&#228;r‘s denn mal mit FDP-Wahlkampf im Sprechzimmer!?“</p>
<h2>20% auf alles &#8211; au&#223;er &#8230;</h2>
<p>Ein &#252;beraus harmloses Beispiel, dass diese Sichtweise verdeutlicht, ist die Kampagne eines gro&#223;en deutschen Baumarkts: „20% auf alles – au&#223;er ….“. F&#228;llt Ihnen ein, au&#223;er auf „was“? Ein wichtiges Kommunikationsziel dieser Kampagne d&#252;rfte gewesen sein, dass man au&#223;er Schrauben und Blumenerde auch Tiernahrung verkauft – und sich dadurch von der Konkurrenz abhebt. Ein harmloses Beispiel, die Tiernahrung im Baumarkt!</p>
<p>Aber ist die „FDP-Wahlkampf-Umfrage“ beim &#196;rztenachrichtendienst auch harmlos? Ist das Vertrauensverh&#228;ltnis zwischen Patient und Arzt nicht zu intim f&#252;r Parteipolitik?</p>
<p>An sich ist wenig einzuwenden gegen die Aussage: „Liebe &#196;rzte, macht Werbung f&#252;r die FDP!“  Aber ich pers&#246;nlich stufe es als gewisse <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Perfidie">Perfidie</a> ein, diese Aussage stark verklausuliert in einer Umfrage zu verstecken. Zus&#228;tzlich perfide wird das, wenn, wie in der Einleitung zur Umfrage angek&#252;ndigt wird, die Ergebnisse hernach der allgemeinen Presse bekannt zu geben (wenn die sie dann abdruckt). Da w&#252;rde dann auf eine fadenscheinige Umfrage verwiesen und mitgeteilt, dass x % der befragten &#196;rzte ihren Patienten empfehlen, FDP zu w&#228;hlen. Wo liegt der Erkenntnisgewinn &#8211; au&#223;er in dem Hinweis zwischen den Zeilen, dass doch auch mal zu tun?</p>
<h2>Die vier Seiten einer Nachricht</h2>
<p>Der Psychologe und Kommunikationswissenschaflter <a href="http://www.schulz-von-thun.de/">Schulz von Thun</a> hat die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell">vier Seiten einer Nachricht</a> formuliert: Sachebene, Selbstoffenbarung des Senders, Beziehung zwischen Sender und Empf&#228;nger und Appell an den Empf&#228;nger. Die Appellfunktion scheint mir bei dieser Umfrage im Vordergrund zu stehen: Lobbyarbeit f&#252;r eine politische Partei – im Sprechzimmer des Arztes.</p>
<p>&#220;ber die Selbstoffenbarung dieser Botschaft &#252;ber den &#196;rztenachrichtendienst bzw. die FDP mag sich jeder Leser seine eigene Meinung bilden.</p>
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		<title>Der Matth&#228;useffekt</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 16:28:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
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		<description><![CDATA[„Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, dass er F&#252;lle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, was er hat“ (Mt. 25,29).
Der Volksmund macht aus diesem biblischen Zitat die Version: Der Teufel schei&#223;t immer auf den gr&#246;&#223;ten Haufen. Dieser als Matth&#228;us-Effekt bezeichnete Mechanismus sorgt f&#252;r eine gesellschaftlich Schere, bei die Reichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>„Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, dass er F&#252;lle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, was er hat“ (<a href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/mt25.html">Mt. 25,29</a>).</p></blockquote>
<p>Der Volksmund macht aus diesem biblischen Zitat die Version: <strong>Der Teufel schei&#223;t immer auf den gr&#246;&#223;ten Haufen.</strong> Dieser als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Matth%C3%A4us-Effekt">Matth&#228;us-Effekt</a> bezeichnete Mechanismus sorgt f&#252;r eine gesellschaftlich Schere, bei die Reichen immer reicher und die Armen immer &#228;rmer werden. Im Gegensatz hierzu wird dem Internet im Allgemeinen und dem Social Web im Besonderen oft nachgesagt, dass es Zugangsvorraussetzungen zu gesellschaftlicher Teilhabe nivelliere und von bisheriger &#246;konomischen Macht ein St&#252;ck weit abkoppele (siehe dazu auch auf  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziales_Kapital">Soziales Kapital</a> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Bourdieu">Pierre Bourdieu</a>)</p>
<p>Anders ausgedr&#252;ckt: Es ist nicht mehr viel Geld oder es sind keine teuren Druckmaschinen mehr n&#246;tig, um sich Geh&#246;r zu verschaffen: Allein eine „richtige“ Botschaft erm&#246;gliche es einem Menschen zu gleichberechtigter Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs: Das Netz mache alle gleich (siehe dazu auch die Diskussion um <a href="http://yuccatree.de/2010/04/netzneutralitat-und-warum-sie-so-wichtig-ist-fur-das-internet-der-zukunft/">Netzneutralit&#228;t</a>).</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2219" style="border: 1px solid #ccc; padding: 5px;" title="matthew" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/04/matthew.jpg" alt="Foto: FlickR-User Kylemay" width="500" height="251" /><br />
<em>Die Reichen werden reicher, die Armen &#228;rmer: Das Matth&#228;us-Prinzip. (Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/kylemay/553916826/">Kylemay</a>)</em></p>
<h2>15 Minuten Ruhm f&#252;r alle</h2>
<p>Eine zun&#228;chst plausible Theorie und – zumindest aus meiner pers&#246;nlichen Sicht – durchaus w&#252;nschenswert: Jede und jeder hat die gleichen Chancen, unabh&#228;ngig von der &#246;konomischen Macht. Aber ist das wirklich so? Was der Spiegel schreibt oder Sascha Lobo twittert hat eine andere Reichweite und damit Durchschlagskraft als das, was Thomas Pfeiffer schreibt. Hat Otto Normalblogger Bernd tats&#228;chlich ernsthafte Chancen, mehr als nur die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/15_minutes_of_fame">15 Minuten Ruhm</a> zu erhaschen, die Andy Warhol schon vor 40 Jahren vorhersagte?</p>
<h2>Empirische Untersuchung des Matth&#228;us-Effekts auf Twitter</h2>
<p>Ich habe den Matth&#228;us-Effekt empirisch untersucht. Twitter habe ich deshalb verwendet, weil ich es quasi als Drosophila der Soziologie ansehe: Man kann die Daten sehr leicht erheben und einige Mechanismen isoliert herausarbeiten.</p>
<p>Die grunds&#228;tzliche Untersuchungsfrage war: „<strong>Haben Twitterati mit mehr Followern ein st&#228;rkeres Followerwachstum als ‚kleine‘ Accounts?</strong>“ Ber&#252;ckstichtigt habe ich dabei nur jeweils <a href="http://webevangelisten.de/suchverfahre-fur-deutsche-tweets/">aktiv-deutschsprachige Follower</a>, also Follower, die in den zur&#252;ckliegenden vier Wochen selber aktiv auf deutsch getwittert hatten. Weil Wachstum sinnvollerweise in Prozent angegeben wird, habe ich nicht den absoluten Followerzuwachs im Untersuchungszeitraum ber&#252;cksichtigt, sondern den relativen Zuwachs an Followern.</p>
<p>Dazu habe ich die Follower von 1.267 deutschsprachigen Twitteraccounts mit mindestens 500 aktiven Followern zu zwei Zeitpunkten miteinander verglichen: Zum ersten Mal im Mai 2009 und zum zweiten Mal ein halbes Jahr sp&#228;ter, im Oktober 2009. Meine These war, dass ‚gro&#223;e‘ Accounts noch gr&#246;&#223;er (mehr Follower) bekommen h&#228;tten als Accouns mit weniger Followern. Diese These wurde nicht best&#228;tigt!</p>
<h2>Matth&#228;useffekt wurde nicht best&#228;tigt</h2>
<p>Das Followerwachstum dieser Accounts steht in keinem Zusammenhang zu der bisherigen Anzahl der Follower. Anders ausgedr&#252;ckt: Auch manche ‚kleine‘ Accounts hatten ein starkes Wachstum und andere ‚gro&#223;e‘ Accounts wuchsen nicht schnell weiter. Es scheint sich an diesem Beispiel zu best&#228;tigen, dass der Matth&#228;us-Effekt, wonach die Reichen immer reicher und die Armen immer &#228;rmer werden, f&#252;r das Social Web wenn &#252;berhaupt, zumindest nur abgeschw&#228;cht gilt.</p>
<p>Im Schaubild dargestellt ist das Follower-Wachstum im beobachteten halben Jahr in Anh&#228;ngigkeit von der Followeranzahl zu Beginn der Untersuchung:</p>
<p><a href="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/wachstum.png"><img class="alignnone size-medium wp-image-1961" title="Das Matth&#228;us-Prinzip nach Twitter" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/wachstum-500x336.png" alt="" width="500" height="336" /></a></p>
<p><strong>Update:</strong> Hier ist zus&#228;tzlich das Schaubild f&#252;r den absoluten Followerzuwachs abh&#228;ngig von der Gr&#246;&#223;e eines Accounts. Das Ergebnis zeigt, auch kleine Accounts k&#246;nnen sehr stark anwachsen und &#252;ber dem Zuwachs von gr&#246;&#223;eren liegen. Wachstum ist von der Followerzahl unabh&#228;ngig.</p>
<p><a href="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/04/zuwachsabsolut.png"><img class="alignnone size-medium wp-image-2228" title="Wachstum von Twitteraccounts in absoluen Zahlen" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/04/zuwachsabsolut-500x271.png" alt="" width="500" height="271" /></a></p>
<h2>Gleichere Chancen f&#252;r alle</h2>
<p>Die Untersuchung sagt nichts dar&#252;ber was, wann oder warum ein Twitteraccount ‚gro&#223;‘ wurde, bzw. weshalb er w&#228;chst. Es ist plausibel, dass dieses Wachstum nicht zuf&#228;llig ist und auch mit Faktoren au&#223;erhalb des Social Web zu tun hat (z.B. <a href="/twitter-prominenz-provenienz/">Frau Bundesministerin Kristina Schr&#246;ders Account</a>).<br />
Aber der Befund n&#228;hrt die Hoffnung, dass die Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe im Social Web ein wenig gleichm&#228;&#223;iger verteilt sind als au&#223;erhalb und nicht mehr so stark vom Zugang zu Druckmaschinen und Werbebudget abh&#228;ngen. Ein bischen wenigstens.</p>
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		<title>Ans Kreuz mit ihm! &#8211; &#8220;Schweigegeld&#8221; oder nicht?</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 22:31:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Betrachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[Abmahnung]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Di&#246;zese Regensburg mahnt den Blogger Stefan Aigner (www.regensburg-digital.de) ab, weil der aus dem SPIEGEL zitierte und die Zahlung von 6.500 Mark an eine Opferfamilie als &#8220;Schweigegeld&#8221; bezeichnet. Im Spiegel schreiben Conny Neumann und Peter Wensierski:
Dem SPIEGEL liegen Dokumente vor, die belegen, dass sein Ordinariat [Regensburg] &#8211; hart an der Grenze der Legalit&#228;t &#8211; versucht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Di&#246;zese Regensburg mahnt den Blogger Stefan Aigner (<a href="http://www.regensburg-digital.de">www.regensburg-digital.de</a>) ab, weil der aus dem SPIEGEL zitierte und die Zahlung von 6.500 Mark an eine Opferfamilie als &#8220;Schweigegeld&#8221; bezeichnet. <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-52985276.html">Im Spiegel schreiben Conny Neumann und Peter Wensierski</a>:</p>
<blockquote><p>Dem SPIEGEL liegen Dokumente vor, die belegen, dass sein Ordinariat [Regensburg] &#8211; hart an der Grenze der Legalit&#228;t &#8211; versucht hat, Kindesmissbrauch zu vertuschen: Schweigen sollte mit Geld erkauft werden. Einer der missbrauchten Jugendlichen wirft den Kirchenm&#228;nnern vor: &#8220;Es geht ihnen nicht um die Opfer, sondern vor allem darum, dass nichts an die &#214;ffentlichkeit kommt. Das tut weh.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bei Aigner (<a href="http://www.regensburg-digital.de/domspatzen-missbrauch/07032010/">http://www.regensburg-digital.de/domspatzen-missbrauch/07032010/</a>) liest sich das &#8211; mit verlinkter Quellenangabe &#8211; so:</p>
<blockquote><p>Ein Opfer des p&#228;dophilen Pfarrers in Riekofen erhielt Schweigegeld. Das Bistum Regensburg hat das stets bestritten. Es habe keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Zahlung und dem vereinbarten Schweigen gegeben, behauptet das Bistum. „Es geht ihnen nicht um die Opfer, sondern vor allem darum, dass nichts an die &#214;ffentlichkeit kommt. Das tut weh”, sagte eines der Opfer dem SPIEGEL.</p></blockquote>
<p>Das Landgericht Hamburg hatte am 10. M&#228;rz per einstweiliger Verf&#252;gung (Aktenzeichen: 324 O 107/10)  dem Nachrichtenmagazin SPIEGEL untersagt, weiterhin den Eindruck zu erwecken, die Di&#246;zese Regensburg wolle &#8220;durch die Vermittlung einer Geldzahlung bewirken, dass der in Rede stehende Vorfall an die &#214;ffentlichkeit komme&#8221;. Vulgo: Zwar wurden 6.500 Mark an die Opferfamilie gezahlt, das sei aber kein &#8220;Schweigegeld&#8221; gewesen, so die Di&#246;zese. Allein, was war es dann?</p>
<p>Auf die einstweilige Verf&#252;gung bezieht sich nun die von der Di&#246;zese beauftragte Anwaltskanzlei Romatka &amp; Collegen aus M&#252;nchen und mahnt den Blogger ab: die Behauptung, es sei eine Art &#8220;Schweigegeld&#8221; an die Opferfamilie bezahlt worden, sei nicht hinnehmbar, so die Anw&#228;lte in ihrem Schreiben vom 29. M&#228;rz, das mir vorliegt. Bestritten wird nicht die eigentliche Zahlung der 6.500 Mark, sondern die Einsch&#228;tzung, dass sei &#8220;Schweigegeld&#8221; gewesen.</p>
<h2>Wenn 6.500 Mark bezahlt werden und eine Opferfamilie schweigt, war das dann &#8220;Schweigegeld&#8221;? Die katholische Kirche meint &#8220;Nein!&#8221;</h2>
<p>Es ist eine Frage der Interpretation: Tats&#228;chlich gab es, wie dem <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-52985276.html">SPIEGEL</a> zu entnehmen ist, eine Vereinbarung zwischen dem Bistum Regensburg mit dem p&#228;dophilen Pfarrer auf der einen und der Familie des Opfers auf der anderen Seite:</p>
<blockquote><p>Die Eltern beschwerten sich sofort beim Generalvikar. Aber das Ordinariat in Regensburg habe sie &#252;berredet, sagt Johanna T., keine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Man wolle den Fall im Bistum lieber intern regeln. Am 25. November 1999 dann wurde ein rechtlich h&#246;chst dubioses Abkommen zwischen Familie, T&#228;ter und Bisch&#246;flichem Ordinariat geschlossen. In dem bislang der &#214;ffentlichkeit unbekannten Vertrag hei&#223;t es: &#8220;Im wohlverstandenen Interesse der Kinder und auf ausdr&#252;cklichen Wunsch der Eltern soll Stillschweigen gewahrt werden.</p></blockquote>
<p>Das Opfer des Pfarrers erhielt laut <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-52985276.html">SPIEGEL</a> damals 4000 Mark, seine Schwester 1000 Mark, der Bruder 1500 Mark als &#8220;Schmerzensgeld&#8221; vom Pfarrer. Schweigegeld oder nicht? Aigner meint ja und wagt das auch zu schreiben. Er weist in seinem Artikel darauf hin, dass das Bistum Regensburg stets bestritten habe, &#8220;Schweigegeld&#8221; bezahlt zu haben und dass stattdessen kein kausaler Zusammenhang zwischen der Zahlung der 6.500 Mark und dem vereinbarten Schweigen der Opferfamilie bestanden habe. Diese Einsch&#228;tzung der Di&#246;zese halte ich pers&#246;nlich allerdings f&#252;r wenig glaubhaft!</p>
<h2>Darf man diese Zahlung als &#8220;Schweigegeld&#8221; bezeichnen? Unter &#8220;brutalstm&#246;glicher Aufkl&#228;rung&#8221; hatte man bisher etwas anderes verstanden</h2>
<p><a href="http://www.regensburg-digital.de/"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1934" title="Stefan Aigner" src="http://webevangelisten.de/wp-content/uploads/2010/03/aigner-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die katholische Kirche versucht nun, ihren Kritiker Aigner brutalstm&#246;glichst zum Schweigen zu bringen: Bis zum 1. April soll Aigner eine Unterlassungserkl&#228;rung abgeben, Streitwert: 15.000 €.</p>
<p>Stefan Aigner allerdings will nicht aufgeben. Zu einer funktionierenden Demokratie geh&#246;re die vierte Gewalt im Staat: eine unabh&#228;ngige Presse. Und der m&#252;sse es auch erlaubt sein, begr&#252;ndete Einsch&#228;tzungen und Interpretationen einer Sachlage zu ver&#246;ffentlichen. Mit seiner Online-Zeitung <a href="http://www.regensburg-digital.de">www.regensburg-digital.de</a> verfolgt Aigner den Anspruch, zur einzigen gro&#223;en Tageszeitung in Regensburg eine kritische Alternative anzubieten, wie er mir in einem Interview vom M&#228;rz diesen Jahres erz&#228;hlte:  <a href="/regensburg-digital/">Auf eine Zigarette mit Bayerns bloggendem Staatsfeind Nr. 1</a>. Aigner hat sich in den vergangen Jahren immer wieder mit ganz Gro&#223;en angelegt: dem <a href="http://www.regensburg-digital.de/presseerklarung-zu-diehl-stiftung-co-kg-stefan-aigner/03032009/">Waffenhersteller Diehl</a> z.B. oder dem M&#246;belkonzern <a href="http://www.regensburg-digital.de/mobelkonzern-darf-uns-nicht-den-mund-verbieten/04032010/">XXXLutz</a>. Vor Gericht unterlegen ist er bisher noch nie.</p>
<h2>Hohe Kosten und Einsch&#252;chterungsversuche</h2>
<p><a href="http://www.regensburg-digital.de/">Regensburg-digital.de</a> geh&#246;rt nicht zu den Projekten, die eine eigene Rechtsabteilung finanzieren k&#246;nnten. Im Gegenteil: das Projekt nennt sich selbst <a href="http://www.regensburg-digital.de/unterstuetzen/">unabh&#228;ngig, mutig, unterfinanziert</a>. Aigner ist jetzt auf der Suche nach Juristen, die die Sachlage fachkundig einsch&#228;tzen k&#246;nnen und ihm ihre Hilfe anbieten. Auch moralische Unterst&#252;tzung in Form von Kommentaren zu diesem Beitrag hier oder <a href="http://www.regensburg-digital.de/domspatzen-missbrauch/07032010/">beim Original-Artikel</a> geben ihm R&#252;ckendeckung. Sie k&#246;nnen auch <a href="http://www.regensburg-digital.de/shop/">Merchandising-Artikel im Shop</a> kaufen mit dem sinnigen Leitspruch von <a href="http://www.regensburg-digital.de/">regensburg-digital.de</a></p>
<h2>Journalism is publishing<br />
what someone doesn&#8217;t want<br />
us to know, the rest is<br />
propaganda.</h2>
<p>&#220;brigens: In diesen Tagen j&#228;hrt sich die Kreuzigung Jesu zum fast 2.000sten Mal.</p>
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