• Warum Julian Assange ein Terrorist ist – eine Analyse

    Julian Assange will der Sand im Getriebe des Autoritarismus sein.

    Autoritarismus, so schreibt er in seinem Essay »State and Terrorist Conspiracies« aus dem November 2006, sei darauf angewiesen, konspirativ – also im Geheimen – zu agieren. Denn würde eine Regierung oder Verwaltung als autoritär entlarvt, würde das Widerstand hervorrufen und letztlich zur ihrer Vernichtung (oder Ablösung) führen.

    Dass Julian Assange die USA und andere demokratische Staaten als autoritär einstuft, liegt nicht erst seit cablegate auf der Hand. Ihm geht es dabei nicht um die singuläre Aufdeckung von einzelnen Missständen, wie etwa den beiden Watergate-Journalisten Carl Bernstein und Bob Woodward. Nein, dem Wikileaksgründer Julian Assange geht es um mehr: Er möchte das Regierungssystem grundlegend verändern. Er greift den Staat, wie er bisher – auch im Westen – organisiert ist, in seinen Grundfesten an. Bisher gehört das Sich-Abschotten gegenüber Anderen (auch gegenüber der eigenen Bevölkerung), das Handeln im Undurchsichtigen („Geheimdiplomatie“ und „Hinterzimmer-Absprachen“), zu den konstituierenden Elementen jedes Staatswesens, ob diktatorisch oder demokratisch verfasst. Assange hält das für „verschwörerisch” und für schlecht. Ihm genügen zur Begründung für seine Ablehnung vier Sätze:

    Authoritarian regimes give rise to forces which oppose them by pushing against the individual and collective will to freedom, truth and self realization. Plans which assist authoritarian rule, once discovered, induce resistance. Hence these plans are concealed by successful authoritarian powers. This is enough to define their behavior as conspiratorial.

    Mini-Handbuch der Informationsguerilla

    Wenn man so will, lieferte Assange mit seinem Aufsatz aus dem Jahr 2006 eine Art »Mini-Handbuch der Informationsguerilla«: Assange begreift Regierungen als Netzwerke mit unterschiedlichen Akteuren und Kommunikationswegen („Links”)  zwischen diesen Akteuren.

    Während die RAF in den siebziger und achtziger Jahren sich auf einzelne herausragende Persönlichkeiten des ihnen verhassten Staates fokussierte und versuchte, diese auszuschalten, geht Assange anders vor: Er greift die Verbindungen („Links”) zwischen den einzelnen Akteuren an, und damit ihre Fähigkeit, miteinander zu kommunizieren. Weil in „verschwörerischen” Systemen die Kommunikation notwendigerweise im Geheimen stattfinden muss, ist sie dadurch besonders angreifbar.

    Julian Assange macht nicht nur Teile der Kommunikation, derer er habhaft werden konnte, öffentlich. Er verbreitet dadurch auch die berechtigte Sorge im „verschwörerischen” System, dass jede zukünftige Kommunikation möglicherweise entdeckt und veröffentlicht werden könnte. Dadurch macht er es dem ihm verhassten System zunehmend schwieriger, untereinander zu kommunizieren und schwächt es dadurch. Insofern ist die Bezeichnung »Terrorist« für Assange in ihrer eigentlichen Wortbedeutung nicht unzutreffend: Er verbreitet Angst und Schrecken im „verschwörerisch” handelnden Regierungs- und Verwaltungssystem.

    Ist eine andere Welt möglich?

    Mit Wikileaks möchte Assange uns aus dem „Sumpf politisch verfälschter Sprache zu einer Position der Klarheit” führen und er zeigt, wie das Aufdecken von politischen (und bald auch wirtschafltichen) Geheimnissen die Produktion weiterer Geheimnisse verhindern helfen kann. Insofern ist das eigentliche Ziel von Wikileaks, sich selbst überflüssig zu machen.

    Doch was danach kommt, darauf geht Julian Assange nicht ein.

    Weiterführende Links:

  • 31 Reaktionen

    Kommentare


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      ole

      5. Dezember 2010

      Man muss nicht an Illuminaten und Bilderberger glauben, um hinter der derzeitigen hochgekochten Diskussion um die Person Assnage ein großes Ablenkungsmanöver zu vermuten. Seitenlange Auslassungen hier und dort über Assange, warum und wieso er dies und jenes tut. Ich halte dies alles für völlig sekundär , wenn man sich die Brisanz dessen veranschaulicht, was die publizierten Dokumente alles offenbaren. Mich kümmert der romantisch anarchistische Ansatz eines Physikers mit 300 Dollar Laptop und seinen Jüngern nicht. Mich kümmert jedoch durchaus, was die Weltmacht Nummer Eins so tut.

      (Antworten)

      Thomas Pfeiffer antwortete am Dezember 5th, 2010 :

      Was ist an der Beschreibung deutscher Politiker durch die US-Botschaft brisant?

      (Antworten)

      ole antwortete am Dezember 5th, 2010 :

      Ich glaube nicht, dass Du die Frage wirklich ernst meinst.

      Nehmen wir nur eines der vielen Themen:

      Wie die USA in Spanien Politik machen

      http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33770/1.html

      (Antworten)

      Thomas Pfeiffer antwortete am Dezember 5th, 2010 :

      Es sind tatsächlich brisante Informationen dabei – keine Frage.
      Aber Assange geht es nicht um die Aufdeckung von brisanten Informationen, insofern unterscheidet er sich von Enthüllungsjournalisten.

      Ihm geht es um etwas anderes (siehe Artikel).

      Sonst hätte er die Einlassungen über deutsche Politiker nicht veröffentlichen müssen.

      (Antworten)

      ole antwortete am Dezember 5th, 2010 :

      Und darum geht es mir: Es geht nicht darum was er beabsichtigt, sondern darum, was seine Tätigkeiten aufdecken. Darum sollten wir die Diskussion führen…Mit anderen Worten: “lenk nicht ab!”. ;-)

      (Antworten)

      Thomas Pfeiffer antwortete am Dezember 5th, 2010 :

      Okay, verstanden. Ich lenke in Zukunft also nicht mehr ab. :)

      Aber ich finde es dennoch spannend sich mit seinen Thesen auseinanderzusetzen. Wenn Du nicht abgelenkt werden willst, abonniere doch den Spiegel, da steht der Mainstream. :)

      (Antworten)


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      5. Dezember 2010

      Dann wäre aber auch jeder Journalist, der Regierungserklärungen nicht im Originalwortlaut weitergibt, sondern nachfragt und recherchiert ein Terrorist – schließlich ist es Aufgabe des Journalismus, aus “Kreisen” zu berichten, zu der der normale Bürger keinen Zugang hat, weil er von der Politik bewußt abgeschottet wird.

      Ich möchte zwei Sachen zu bedenken geben. 1. die Darstellung, dass schon reine Angsterzeugung Terrorismus ist, ist zwar offensichtlich breiter Konsens aber irgendwie auch problematisch. 2. Wikileaks deckt keine neuen Wahrheiten auf, sondern sorgt dafür, dass Vermutungen mit Quellen ausgestattet werden. (Jedenfalls “wissen” wir alle jetzt schon, wie Banken operieren.) Letzlich geht es also doch um das juristische Dingfestmachen einzelner Personen und Gruppen.

      (Antworten)


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      Webwombel
      ()

      5. Dezember 2010

      Ein sehr merkwürdiger Text.

      Zitat 1: “Insofern ist die Bezeichnung »Terrorist« für Assange in ihrer eigentlich Wortbedeutung nicht unzutreffend” Genau, “kauft nicht bei Juden” und wer da trotzdem kauft muß auch ein Jude sein. Dieses nachplappern der Denunziation “Du widersprichst, Du bist Terrorist” ist einfach nur dämlich.

      Zitat 2: “Er greift den Staat, wie er bisher – auch im Westen – organisiert ist, in seinen Grundfesten an.” Das ist doch Unsinn. Assange greift nicht den Staat an, sondern die Misstände, die es (aus seiner und vieler anderer Sicht) gibt. Er will das Kartell des Schweigens und der Zensur im Westen brechen. Klagen wir nicht alle über “nicht mehr funktionierende” Medien?! Heiner Geißler, immer noch CDU-Mitglied, spricht von einer Ökonomisierung der Gesellschaft.

      Ich meine, es geht hier nicht um das Infragestellen von Staats- und Marktformen, sondern um das Maß der Dinge:
      - keiner will Banken abschaffen. Aber Finanzmärkte müssen reguliert werden.
      - keiner stellt ein leistungsorientieretes Wirschaftssystem in Frage. Wer will Sozialismus? Aber wer will Turbokapitalismus? 2x keiner. (zurück zu) Soziale Martktwirtschaft ist die Lösung
      - keiner will morgen AKWs abstellen. Aber langfristig müssen sie ersetzt werden

      Was Assange macht hat sich im Grunde in den letzten 8-12 Jahren angestaut. Es bricht jetzt auf wie ein Kochtopf.

      Ich empfehle dieses Video mit Julian Assange:
      http://www.youtube.com/watch?v=WzKr7MOghvo

      Wombel.

      (Antworten)

      Thomas Pfeiffer antwortete am Dezember 5th, 2010 :

      Doch, ich möchte, das *morgen* die AKW abgeschaltet werden.

      Zurück zu Wikileaks:
      Nein, Assange will eben nicht einzelne Missstände aufklären (dass die USA Niebel als “odd pick” bezeichnen, ist kein Missstand (dass Niebel überhaupt in der Regierung sitzt, schon). Assange geht es um mehr, wie ich im Artikel beschrieben habe.

      Was das mit dem Boykott jüdischer Geschäfte zu tun hat, ist mir schleierhaft!

      (Antworten)


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      Dominik

      5. Dezember 2010

      Muckraking im 21. Jahrhundert…

      (Antworten)

      Thomas Pfeiffer antwortete am Dezember 5th, 2010 :

      :)
      Ich bevorzuge Whistleblower. Übrigens ein Begriff, der im Deutschen kaum eine passende Entsprechung hat, oder?

      (Antworten)


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      Brett
      ()

      5. Dezember 2010

      “Terrorist” wird zum neuen “Hitler”/”Nazi”/”Faschist”.
      Solche Politik-Metaphern bringen nichts, wenn man das Phänomen Wikileaks, den Ursprung, die Ziele und die Folgen halbwegs zutreffend erkennen will. Mit der gleichen schwachen Berechtigung könnte man Assange als Krönung des Enthüllungsjournalismus feiern.
      Was in meinen Augen immer mehr zum Vorschein kommt und worum es letztlich geht, ist Machtmissbrauch im Schatten des “Streng-vertraulich” Stempels. Der Vertraulichkeitsstempel ist rund um die Welt das wahrscheinlich wichtigste Machtinstrument überhaupt, wichtiger als Wasserwerfer und Gummiknüppel. Die erste Maßnahme jeder Diktatur ist die Abschaffung der Öffentlichkeit. Nicht ohne Grund. Demokrat. gewählte Chefs müssen eine Spur sensibler und tückischer vorgehen. Das gilt für China und Russland genauso wie für die USA oder meinetwegen Hessen in der Hand der Koch-CDU. Insbesondere auf kommunaler Ebene können die Leute herumkungeln wie sie wollen. Öffentlichkeit als KOntrolle funktioniert dort extrem schwach. Die demokratische Presse, so weit sie das überhaupt noch sein will, steht dem allem hilflos gegenüber. Und wie gefährlich Russland für Enthüllungsjournalismus ist, weiß man. Ich bin mir absolut sicher: Mit mehr Öffentlichkeit ginge es der Welt besser. Denk doch nur einmal daran, wie der südamerikanische Kontinent – Chile, Peru, Equador, Bolivien – unter der “Außenpolitik” der USA gelitten haben. Wie war das möglich? Im Schutze der Dunkelheit.
      Jetzt wird Assange frei gegeben ( http://bit.ly/gJCFRT ). “Angst und Schrecken” haben die Mächtigen, weil es ihr gewohnter Modus war, Dreck mühelos unterm Teppich halten zu können. Wenn sie ab sofort in diesem Punkt leicht verunsichert sind, ist das nichts weiter als gut. Diese diplomatischen Depeschen sind wahrscheinlich noch das Harmloseste.
      Nur mal als witzige Anekdote: Es bestehen seit einiger Zeit Zweifel, dass im Fort Knox nicht mehr die Goldvorräte der USA eingelagert sind, die dort liegen sollen. Das Gold ist verliehen oder verkauft. Jede einfache Inaugenscheinnahme wird panisch verhindert. Der etwas eigensinnige Abgeordnete Ron Paul wollte deshalb im September ein Gesetz einbringen, um die Überprüfung zu erzwingen. Davon hat man inzwischen nichts mehr gehört. Und zu Wikileaks schreibt er auf Twitter: “In a free society we are supposed to know the truth. In a society where truth besomes treason, we are in big trouble.”
      However, der Begriff “Terrorist” ist zu hoch gegriffen. Ein etwas radikaler Aufklärer. Und ein gutes Stück dieser Aufklärung können wir gut gebrauchen.

      (Antworten)


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      5. Dezember 2010

      @Brett
      Die Frage, die ich mir stelle, ist weniger, als was man Julian Assange bezeichnet, sondern ob er Recht hat mit der Annahme, dass es nicht “Machtmissbrauch im Schatten des “Streng-vertraulich” Stempels” gibt, sondern das der Vertraulich-Stempel gleich dem Machtmissbrauch ist,.

      Anders gefragt: Wie kann eine herrschaftsfreie Welt aussehen?

      (Antworten)

      Inge
      () antwortete am Dezember 5th, 2010 :

      Ich finde es sehr gut, dass Du nach dem “danach” fragst. Das ist immanent wichtig, nach dem Motto: Bedenke Dein Tun. Es könnte ja auch durchaus schlimmer werden als der Ist-Zustand.

      Vielleicht sollten wir mal wieder philosophische Bücher wälzen, diese Frage beschäftigt die Menschheit seit ihrem Bestehen…

      Dennoch halte ich den Begriff Terrorist für Julian Assange für unglücklich, weil dieser begriff in der Regel mit Gewalt verbunden wird. Das mißfällt mir an Deinem Post.

      (Antworten)


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      5. Dezember 2010

      @Inge
      Richtig: Quidquid agis, prudenter agas et respice finem!

      Drüben in der gleichen Diskussion bei Facebook
      http://www.facebook.com/webevangelist/posts/166019906767756

      kam der Begriff auf, Assange sei ein Staatsfeind bzw. ein Umstürzler. Beides halte ich evtl. auch für besser als Terrorist, weil letzterer als Begriff anders besetzt ist.

      (Antworten)


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      5. Dezember 2010

      Ich dachte immer, ein Terrorist wäre jemand, der politische Ziele versucht um- und durchzusetzen, indem er mittels Mordtaten Angst und Schrecken verbreitet. (Ohne das jetzt in der Wikipedia nachzusehen.)

      Assange behauptet jedenfalls es sei noch nicht nachgewiesen worden, dass durch Wikileaks Menschen zu schaden gekommen seine. (Also an Leib und Leben…)

      (Antworten)

      Thomas Pfeiffer antwortete am Dezember 5th, 2010 :

      Ist eine explodierende Bombe in einem Kaufhaus, sagen wir: ein Brandsatz in einem Frankfurt Einkaufsparadies, ein terroristischer Akt, auch wenn kein Mensch körperlich dabei zu schaden kommt?

      (Antworten)


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      XNET

      5. Dezember 2010

      This article made me laugh. Thomas I think you have no idea what you are writing for. “Terrorist”? Really? Really? I hope you don’t have the bad luck to see a terrorist. Please don’t write about stuff you don’t understand ;)

      Ignorance is bad…

      (Antworten)

      Thomas Pfeiffer antwortete am Dezember 5th, 2010 :

      Aha, worüber ich schreibe, lass ich mir von Dir nicht vorschreiben.
      Du schreibst, ich hätte keine Ahnung, die Du anscheinend hast. Dann lass uns doch mal teilhaben an Deiner unergründlichen Weisheit und zeige uns, dass Du Ahnung hast.
      Ich bin gespannt, was Du lieferst…

      (Antworten)


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      Brett
      ()

      5. Dezember 2010

      Ich würde nicht sagen, dass Vertraulichkeit bereits Machtmissbrauch ist. Der Missbrauch beginnt dort, wo die Mächtigen damit ihre Eigeninteressen und sich selbst schützen. Dann handeln sie auch nicht zum Schutze der Allgemeinheit (Staat). Das ist ein grundsätzliches Demokratieproblem.
      Wie eine herrschaftsfreie Welt aussehen kann?! Wenn du morgen alle Herrschaft abschaffen würdest, würden die Menschen sich übermorgen neue Leithammel auserwählen. Die wenigsten Menschen streben nach “Herrschaftsfreiheit”, aus dem triftigen Gefühl heraus, dass der Mensch nur als gemeinschaftliches Wesen leben kann, wozu wiederum Absprachen und deren Kontrolle nötig sind.
      Ich halte sämtliche Absolutismen für praktisch unbrauchbar. Der Kampf zwischen Wikileaks und den Staatsmächten aller Kontinente ist notwendig. Die Menschen melden rund um den Erdball ihr Misstrauen an und haben das Gefühl, es würde besser funktionieren, wenn die Mächtigen besser kontrolliert werden.
      Wenn ich die Weltgeschichte der letzten 30 bis 50 Jahre Revue passieren lasse, kann ich nur sagen: Was wäre alles anders gelaufen, wenn sich einige Dinge nicht so einfach hätten verstecken lassen? Fast alle Kriege der USA waren von schamlosen Lügen gegenüber der Öffentlichkeit begleitet, zuletzt und am schwerwiegensten der 2. Irakkrieg. Ich sehne den Tag herbei, wo diese Art der Außenpolitik nicht nur in Washington, sondern überall auf der Erde, passé ist.
      Die USA werden dabei nicht einmal die Letzten sein. Dass die USA mit ihrem eigenartigen Bewusstseinskondesat “America first” sich radikal an eine Kultur des “Sharing” umgewöhnen müssen, dämmert ja den helleren Köpfen dort drüben auch allmählich.
      Berlusconi – wie der sich der Aufklärung seiner diversen Meineide widersetzt …
      Ach ja, und wie eilig die Kohl-Regierung nach der Wahlniederlage Daten schredderte … wir brauchen dringend mehr Kontrolle der Mächtigen, denn “absolute Macht korrumpiert”.

      (Antworten)


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      6. Dezember 2010

      Guten Abend, meine Antwort hat etwas größeren Umfang, deswegen ein eigener Artikel dazu. Die Kurzfassung: Assange könnte genausogut Terrorist wie Anarchist sein. Von beidem hat er etwas. Entscheidende Züge aber hat er davon nicht, sagt zumindest mein Artikel im Mittelhessenblog. Eines ist er aber gewiss: Ein genialer Selbstvermarkter: Dass wir über ihn schreiben, ist doch kostenlose Werbung für ihn. Insofern hat er etwas von Bill Gates: Vielleicht ist Assange ja der neue Gates des 21. Jahrhunderts. Sozusagen Mr. “Cablegates”.

      (Antworten)


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      6. Dezember 2010

      Interessante Frage, die ich mir so auch schon gestellt habe. Das Hauptproblem bei dieser These sehe ich darin, dass zum einen Terrorismus mit physischer Gewalt in Verbindung gebracht wird. Es Liese sich natürlich diskutieren, inwiefern die Veröffentlichung von brisanten Materialien ohne Zustimmung der Betroffenen die Kriterien für “Gewalt” erfüllt. Andererseits wäre dann tatsächlich auch Journalismus eine Form von Gewalt und konsequent zuende gedacht auch eine Spielart des Terrorismus. (ich bin mir ziemlich sicher, dass mir einige Menschen, die es oft mit Journalisten zu tun haben, insbesondere Politiker, dieser Schlussfolgerung zustimmen würden).

      Zum anderen ist tatsächlich die Frage, welches Gesellschaftssystem Assange bevorzugen würde, bzw ob er ein anderes möchte oder das Bestehende einfach insofern verbessern, dass er Korruption, Lüge und Machtmißbrauch so schwierig wie möglich macht.

      Bislang war ich immer davon ausgegangen, dass er vor allem Letzteres möchte. Dass die USA ihn trotzdem als Terroristen ansehen, würde mich jedoch nicht überraschen.

      (Antworten)


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      6. Dezember 2010

      Nach dieser Definition sind auch die Bundesregierung, der Innenminister, die öffentlich-rechtlichen Medien »Terroristen«, denn sie verbreiten ständig Angst und Schrecken mit ihren Warnungen…

      Assange ist (fast) völlig egal, der Akt ist wichtig. Die Tatsache, dass ans Licht kommende Informationen als Bedrohung wahrgenommen werden, beweist, dass es verbergenswerte, weil machterhaltende Informationen sind; und dass Transparenz und demokratische Teilhabe eben gar nicht erwünscht sind. – Insofern ist der Akt des Leakens gut. Und insofern ist Assange nicht völlig egal, denn er ist derzeit der einzige, der die Eier hat, das durchzuziehen. Assange ist ein Held.

      Und auch die Frage nach dem Hinterher stellt sich nicht wirklich. – Als die Ostberliner die Stasizentrale stürmten, ging es nicht um ein Hinterher [nur als ein Beispiel]. – Es geht darum, die richtigen Fragen zu stellen; intransparente, scheindemokratische Machtstrukturen in Frage zu stellen. – Das Hinterher ergibt sich aus den Antworten von ganz allein, denn – wie ein Vorredner bereits schrieb – der Mensch ist ein soziales Wesen und wird sich daher immer sozial organisieren.

      (Antworten)


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      Jan

      6. Dezember 2010

      Muss mich fragen wie gut du WIkileaks überhaupt kennst bzw recherchiert hast wenn du sagst “…und bald auch wirtschaftlichen…”.
      Wikileaks hat lange schon wirtschaftliche Leaks veröffentlich. Sind nur Derzeit nicht auf der Hauptseite aber immernoch zu lesen.

      (Antworten)


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      23. Dezember 2010

      Nach dieser Definition sind auch die Bundesregierung, der Innenminister, die öffentlich-rechtlichen Medien »Terroristen«, denn sie verbreiten ständig Angst und Schrecken mit ihren Warnungen… Assange ist (fast) völlig egal, der Akt ist wichtig. Die Tatsache, dass ans Licht kommende Informationen als Bedrohung wahrgenommen werden, beweist, dass es verbergenswerte, weil machterhaltende Informationen sind; und dass Transparenz und demokratische Teilhabe eben gar nicht erwünscht sind. – Insofern ist der Akt des Leakens gut. Und insofern ist Assange nicht völlig egal, denn er ist derzeit der einzige, der die Eier hat, das durchzuziehen. Assange ist ein Held. Und auch die Frage nach dem Hinterher stellt sich nicht wirklich. – Als die Ostberliner die Stasizentrale stürmten, ging es nicht um ein Hinterher [nur als ein Beispiel]. – Es geht darum, die richtigen Fragen zu stellen; intransparente, scheindemokratische Machtstrukturen in Frage zu stellen. – Das Hinterher ergibt sich aus den Antworten von ganz allein, denn – wie ein Vorredner bereits schrieb – der Mensch ist ein soziales Wesen und wird sich daher immer sozial organisieren.

      (Antworten)

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